Anklage wegen Drogen-Küche

34-Jähriger aus Waldbröl kochte Amphetamine in eigener Küche

Prozess am Schwurgericht: Die Nebenkläger halten den Angeklagten für schuldfähig.

Ein 34-Jähriger aus Waldbröl kochte Amphetamine in seiner Küche.

BONN/WALDBRÖL. Die Polizei fand Waffen, eine Drogen-Küche und diverse Glasgefäße mit verschiedenen Drogen - Ein 23-Jähriger aus Waldbröl muss sich nun vor dem Bonner Landgericht verantworten.

Überall in der Wohnung waren Waffen verstreut. Mit diesen wollte ein 34-jähriger Mann aus Waldbröl dem Anschein nach seine Amphetamin-Küche verteidigen. Deshalb muss er sich demnächst wegen Handels mit Betäubungsmitteln und dem Führen einer Schusswaffe sowie sonstigen gefährlichen Gegenständen vor dem Bonner Landgericht verantworten. Am 25. Oktober letzten Jahres wurde die Wohnung des Mannes, die sich im Haus seiner Mutter befindet, durchsucht, weil in einer anderen Sache wegen Unterschlagung gegen ihn ermittelt wurde.

Dabei fanden die Ermittler schließlich die Drogen-Küche. Dort habe laut Anklage zwar nicht der vollständige Herstellungsprozess stattgefunden, aber in jedem Fall habe der Mann das Rauschgift dort weiterverarbeitet – und zwar mit einer selbstgebastelten Apparatur. So soll er zum Beispiel konzentrierte Amphetaminbase mit Schwefelsäure und Koffein versetzt haben, um so schnupfbare Amphetaminsalze zu erhalten.

Hiervon konnten die Ermittler schließlich knapp 1,5 Kilogramm in der Küche sichern. Darüber hinaus sollen sich dort neben diversen Glasgefäßen mit verschiedenen Chemikalien rund 300 Gramm Extasy-Zubereitung, etwa 35 Gramm Marihuana-Material und 81 Trips, überwiegend LSD, befunden haben. Damit aber noch nicht genug: Bei dem 34-Jährigen wurden laut Anklage auch zahlreiche Waffen gefunden.

Täter war bei Justiz kein Unbekannter

So soll sich in einer Abstellkammer neben der Eingangstür ein Jagdgewehr befunden haben, auf einer Fensterbank im Wohnzimmer und in einem Eimer neben dem Sofa wurden Nunchakus, auch „Würgehölzer“ genannt, gefunden. Auch in der Küche war der Mann auf alles vorbereitet: In einem Regal, so die Bonner Staatsanwaltschaft, lagen fünf beidseitig geschliffene Wurfmesser griffbereit. Für die Justiz ist der 34-Jährige, der als Montagehelfer arbeitet, kein Unbekannter: Insgesamt 10 Vorstrafen gehen bislang auf sein Konto.

Unter anderem wurde er bereits wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt. Zuletzt erhielt er deswegen und wegen diverser Verkehrsdelikte eine Gesamtstrafe in Höhe von elf Monaten, die zur Bewährung bis Ende nächsten Monats ausgesetzt war. Damit hätte der Waldbröler die ihm vorgeworfenen Taten noch unter laufender Bewährung begangen.