Mann in Bergheim erschossen

30-jähriges Opfer war Mitglied der Black Jackets

Solche Westen tragen die Mitglieder der "Black Jackets Westend".

Bergheim/Köln . Der in der Nacht auf Samstag in Bergheim (Rhein-Erft-Kreis) auf offener Straße erschossene 30-Jährige war Mitglied der rockerähnlichen Gruppierung Black Jackets. Am Sonntag versammelten sich zahlreiche Mitglieder in Bergheim zu einer Art Trauerversammlung, wie die Kreispolizei in Hürth mitteilte.

Die Polizei war aus Sicherheitsgründen mit einem starken Aufgebot vor Ort. Laut Polizeiangaben waren 60 bis 65 Black Jackets-Mitglieder nach Bergheim gekommen.

Ein 45-Jähriger ist tatverdächtig, den 30-Jährigen erschossen zu haben. Er war am Tatort von der Polizei festgenommen worden. Das Opfer starb durch einen Schuss in den Bauch. Noch am Tatort hatte der mutmaßliche Täter aus Bergheim gestanden, geschossen zu haben.

Ein Richter erließ Haftbefehl, dem 45-Jährigen ihm wird Totschlag vorgeworfen. Hintergrund der Tat seien Streitigkeiten zwischen dem Tatverdächtigen und dem Opfer gewesen, sagte ein Sprecher der Polizei Köln. Den Ermittlern lägen derzeit keine Erkenntnisse darüber vor, dass der Tatverdächtige einer anderen Rockergruppierung angehört habe.

Nach Angaben auf ihrer Internetseite zählten die 1985 in Süddeutschland gegründeten Black Jackets Mitte März vergangenen Jahres bundesweit 1500 Mitglieder. Sieben mutmaßliche Mitglieder der Gruppe müssen sich seit Dienstag vor dem Landgericht Heilbronn verantworten.

Die Staatsanwaltschaft hält sie für eine streng hierarchisch organisierte Bande. Den Angeklagten werden insgesamt 26 Einzeltaten vorgeworfen, darunter bandenmäßig betriebener Drogenhandel, gefährliche Körperverletzung, schwerer Bandendiebstahl und Freiheitsberaubung.

In Bonn wurden im Januar bei einer Razzia gegen eine Straßenbande fünf Mitglieder der Black Jackets festgenommen. Ihnen wird schwerer Raub, gefährliche Körperverletzung und Drogenhandel vorgeworfen.