Airhelp vergleicht Gebühren

Ärger über hohe Parkgebühren am Flughafen Köln/Bonn

Schranken am Flughafen Köln/Bonn: Wer länger als zehn Minuten in der Drop-Off-Zone hält, muss zahlen.

Schranken am Flughafen Köln/Bonn: Wer länger als zehn Minuten in der Drop-Off-Zone hält, muss zahlen.

Flughafen. Airhelp hat die Parkgebühren an deutschen Airports verglichen. Um die Gebühren zu sparen, halten weiterhin viele Abholer auf dem Standstreifen vor den Schranken an der Zufahrt zum Flughafen.

Für den Flughafen Köln/Bonn läuft’s, für die Besucher weniger. Airhelp, eine Organisation für die Durchsetzung von Fluggastrechten, hat in einer aktuellen Studie festgestellt, dass der Flughafen Köln/Bonn zu jenen in Deutschland gehört, wo man die höchsten Parkgebühren zahlt. Während Reisende ihr Auto am Dresdner Flughafen bereits für 15 Euro pro Woche parken können, müssen sie in Köln/Bonn zwischen 69 und 231 Euro zahlen, wenn sie ihren Parkplatz zuvor nicht mit einem Online- oder Frühbucherrabatt reserviert haben.

Dafür können Abholer in Köln/Bonn relativ günstig parken, wenn sie beispielsweise sofort ins Parkhaus 2 fahren. Dort zahlt man pro Stunde drei Euro. Teuer wird’s dann, wenn sie die Kurzparkplätze vor den Terminals nutzen. Die ersten zehn Minuten sind frei, dann wird’s richtig teuer: Bis 15 Minuten kostet es fünf, bis 30 Minuten zwölf und eine Stunde 24 Euro.

Da ist es sogar in Berlin günstiger: Eine Stunde in der sogenannten Drop-Off-Zone zu stehen, kostet Airhelp zufolge in Tegel und Schönefeld jeweils zwölf Euro und somit nur drei Euro weniger als das günstigste Wochenticket in Dresden. Am Stuttgarter Flughafen gibt es hingegen sogar die Möglichkeit, das Auto eine Stunde gratis zu parken. Dieses Angebot gibt es auch in Hamburg, allerdings nur für Halter von Elektroautos. Andernfalls werden in der Hansestadt sieben Euro pro Stunde fällig. In Düsseldorf, München und Frankfurt zahlen Abholer jeweils zehn Euro für eine Stunde Parken.

In Facebook-Foren sprechen Besucher von „Abzocke“, die Zeit sei extra so gewählt, „dass niemand es wirklich schafft, denn es soll ja Geld verdient werden“, heißt es da. „Wir haben beobachtet, dass gut 90 Prozent der Abholer das in zehn Minuten schafft“, so die stellvertretende Flughafensprecherin Hannah Schneider. Die Gebühren für das Kurzparken seien letztendlich deshalb so hoch gewählt worden, damit die Zufahrten nicht zugeparkt würden. „Teilweise standen die Autos in zweiter Reihe, und es gab Fälle, wo Einsatzfahrzeuge nicht durchgekommen sind“, so die Flughafensprecherin, die darauf hinweist, dass das Kurzparken auch vor der neuen Regelung, die Ende März eingeführt wurde, etwas gekostet hat.

Polizei stellt immer wieder Verstöße fest

Um die Gebühren zu sparen, halten viele Abholer auf dem Standstreifen vor den Schranken an der Zufahrt zum Flughafen und warten auf den Anruf ihrer Liebsten, dass sie jetzt vor dem Terminal stehen. „Wir kennen die Problematik“, so ein Sprecher der Kölner Polizei. „Wir stellen immer wieder Verstöße fest und fahren so häufig es geht mit Streifenwagen die Stellen ab.“ Die Polizei weist darauf hin, dass das auch gefährlich ist. „Es gibt Situationen, wo andere Verkehrsteilnehmer nicht mit stehenden Autos am Seitenstreifen rechnen. Dann kann es verheerend werden“, so ein Polizeisprecher.

„Das können wir bei bestem Willen nicht empfehlen“, so Schneider. „Wer absieht, dass es länger als zehn Minuten dauert, hat immer noch die Möglichkeit ins Parkhaus 2 zu fahren und dort für drei Euro eine Stunde zu parken.“ Im Parkhaus 1, dem nächsten am Terminal 1, zahlt man 4,50 Euro pro Stunde. Schneiders Fazit der neuen Regelung sieht „durchweg sehr positiv“ aus, sagt sie. Tatsächlich ist zu beobachten, dass die Streifen vor den Terminals sogar während der Ferienzeit weitgehend frei sind. So jubelt ein Besucher im Internet: „Find ich super! Jetzt hat man wenigstens Platz, wenn man wirklich nur mal jemanden kurz absetzen oder abholen will – und alle anderen sind da, wo sie hin gehören: im Parkhaus.“

Nur bargeldloses Bezahlen an der Schranke

„Es gibt überall große Hinweise auf die Parkmöglichkeiten. Gleich hinter der Einfahrt weist ein Schild auf das günstigere Parken im Parkdeck 2 hin“, sagt Schneider. So mancher scheint das aber zu übersehen. Zwei Tage hintereinander beobachten wir Autofahrer, die an der Zufahrt zum Parkhaus stehen und vergeblich versuchen, ein zweites Ticket zu ziehen. Tatsächlich jedoch wird das an der zentralen Einfahrtsschranke gezogene Ticket mit dem Kennzeichen verknüpft und beim Befahren weiterer Parkflächen automatisch umkodiert.

Bezahlen können Kurzparker, die die Zehn-Minuten-Frist überzogen haben, zwar direkt an der Schranke. Dort ist aber nur bargeldlose Bezahlung möglich. Wer sein Ticket bar bezahlen möchte, muss an einen der Automaten gehen.

Das Warten auf dem Seitenstreifen an der Autobahn ist übrigens wesentlich teurer. Da müssen Autofahrer mit 70 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen – oder auch mit mehr. „Bei Kontrollen gehen wir ganzheitlich vor“, so ein Polizeisprecher aus Köln. Dann wird auch geschaut, ob der Fahrer den Gurt angelegt und vielleicht noch mit dem Handy telefoniert hat. Auch andere Dinge am Fahrzeug werden gesichtet. Das alles geht an die Bußgeldstelle, die dann die Höhe festlegt – und eventuell auch Anzeige erstattet.