Verkehrsprobleme im Kreis Ahrweiler

Situation auf der B9 in Remagen soll besser werden

Remagen. Der starke Verkehr auf der B9 ist den Remagenern schon lange ein Dorn im Auge. Nun sollen Verbesserungen die Lage auf der vielbefahrene Straße entschärfen.

Der starke Verkehr auf der B 9 ist den Remagenern schon lange ein Dorn im Auge. Anlieger klagen über Raserei und Lärm, Autofahrer darüber, dass sie schlecht von den Remagener Zufahrtstraßen auf die Bundesstraße kommen. Insbesondere die SPD hatte sich des Themas angenommen und forderte eine Expertenanalyse, nachdem die Partei bereits selbst in Eigenregie Verbesserungsvorschläge unterbreitet hatte. Nun wartete ein Ingenieurbüro für Verkehrsplanung mit einer IST-Analyse und einer Vorschlagsliste auf. Sie sieht unter anderem einen Kreisel auf der B 9 in Höhe der Einmündung zur Bergstraße vor.

Dort rollen innerhalb von 24 Stunden rund 21.000 Fahrzeuge über die Bundesstraße, in Höhe des Oberwinterer Yachthafens sind es 17.500. „Der Anteil des Schwerlastverkehrs liegt bei lediglich 3,5 bis vier Prozent. Das sind keine hohen Zahlen“, wie Experte Patrick Berens vom Koblenzer Verkehrsplanungsbüro Vertec erklärte. Vor allem weisen die Zahlen im Vergleich zu früheren Jahren keine Zuwächse auf. Die Zahl der über die B 9 fahrenden Autos ist seit Jahrzehnten konstant.

Autofahrer sind diszipliniert unterwegs

Im morgendlichen Berufsverkehr sind es zwischen 6.45 und 7.45 Uhr 1600 Autos, die über die B 9 fahren, wobei es eine Dominanz in Fahrtrichtung Bonn gibt. Diese Auffälligkeit wiederholt sich in den frühen Abendstunden in die andere Richtung. Dann kehren die nach Bonn gependelten Autofahrer zurück. In Gegenrichtung – also von Süd nach Nord – gibt es dann nur eher mäßigen Verkehr.

Gemessen wurden auch die Geschwindigkeiten. Dies über eine Woche lang an verschiedenen Messpunkten zwischen der Rolandsecker Fähre bis hin zur Nordeinfahrt der Stadt und dem Einmündungsbereich zur Bergstraße. Das für die Anlieger wohl verblüffende Ergebnis: Das Gros fährt keineswegs zu schnell. 66 Prozent, so Berens, fahren langsamer als 60 Stundenkilometer. Nur selten wurde jemand gemessen, der Tempo 80 auf dem Tacho hatte. Keineswegs stoße die Bundesstraße an ihre Kapazitätsgrenzen. Es gebe vielmehr Reserven von bis zu 18 Prozent, führte Berens im Bau- und Verkehrsausschuss aus.

Soll heißen: Die für Remagen so wichtige Hauptverkehrsstraße kann sogar noch mehr Verkehr verkraften. Um die nicht allzu dramatische IST-Situation zu verbessern und insbesondere die Zufahrtssituationen aus zur Bundesstraße hinführenden Straßen komfortabler zu gestalten, sind allerdings Veränderungen angebracht, führte der Verkehrsexperte aus. Für die Zufahrt von der Rolandsecker Fähre auf die B 9 schlägt das Koblenzer Planungsbüro eine Bedarfsampel vor, so dass von der Fähre fahrende Kraftfahrzeuge ungehindert auf die Bundesstraße gelangen können.

In Höhe des Oberwinterer Hafens könnte an der Einmündung „Am Friedrichsberg“ ein sogenannter Linkseinbiegestreifen auf die Fahrbahn der Bundesstraße aufmarkiert werden. Dies auf einer Länge von 40 Metern. Wer aus Oberwinter kommend in Richtung Bonn will, kann dann den Einbiegestreifen als Wartezone nutzen, um sich dann auf die Richtung Norden führende Spur einzufädeln.

Ähnlich könnte in Höhe der Nordeinfahrt zur Stadt Remagen verfahren werden. Wer aus der Innenstadt kommt und in Richtung Koblenz fahren will, soll dann einen Linkseinbiegestreifen nutzen können. Für den sensiblen Einmündungsbereich Bergstraße/Parkplatz Bahnhof schlägt Berens einen Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 30 Metern und einem Bypass aus nördlicher Richtung in die Bergstraße vor. Die erforderlichen Radien wären räumlich durchaus darstellbar. Die Stadt wird nun das Thema weiter beraten und dann Kontakt mit dem Straßenbaulastträger und Eigentümer der Bundesstraße – dem Bund – aufnehmen müssen.