Umweltschutz im Unterricht

Schüler untersuchen den Plastikmüll im Rhein

REMAGEN. Schüler des Gymnasiums Nonnenwerth sind im Rhein auf der Jagd nach Verunreinigungen durch Kunststoffe. Remagener Schüler beteiligen sich an bundesweitem Projekt.

Auf der Insel Nonnenwerth vor den Toren Remagens haben sich „Plastikpiraten“ niedergelassen. Es sind Schüler der achten Klassen des Inselgymnasiums, die sich an einer bemerkenswerten bundesweiten Aktion beteiligen: Jugendliche untersuchen den Rhein und dessen Ufer auf Mikro- und Makroplastik. Dabei werden Daten zu Kunststoffvorkommen an und in deutschen Fließgewässern zusammengetragen.

Wie viel und welcher Plastikmüll lässt sich am und im Rhein finden, wollten die Schüler wissen. Wo sammelt sich besonders viel Müll? Und welche Rolle spielen Fließgeschwindigkeit und Wassertiefe dabei? Mit wissenschaftlichen Methoden wird gefiltert, gewogen, gezählt und das Ergebnis auf einer digitalen Deutschlandkarte dokumentiert. Soweit jedenfalls der Plan.

180 Gruppen waren dabei

Das Projekt der Nonnenwerth-Schüler gehört zur Aktion „Plastikpiraten – Das Meer beginnt hier!“. Die auch am Remagener Rheinufer gewonnenen Daten werden in den nächsten Tagen in eine Kieler Forschungswerkstatt geschickt und dort ausgewertet. Dort soll festgestellt werden, welche Flussabschnitte besonders stark mit Plastikmüll verschmutzt sind und wie sich die Belastungen von der Quelle bis zur Mündung entwickelt. Daraus lassen sich dann Schutzmaßnahmen ableiten, die Flüssen, Meeren und schlussendlich somit den Menschen zugutekommen. Bereits im vergangenen Herbst haben bundesweit mehr als 180 Gruppen an diesem Projekt teilgenommen.

Seit dem Jahre 2000 richtet das Bundesbildungsministerium zusammen mit „Wissenschaft im Dialog“ die „Wissenschaftsjahre“ aus. Meere und Ozeane stehen diesmal im Fokus. In jedem Wissenschaftsjahr steht ein gesellschaftlich relevantes und zukunftsweisendes Thema aus Forschung und Wissenschaft im Mittelpunkt. Ein Ziel ist, insbesondere Kinder und Jugendliche für die komplexen Themen des Meeresschutzes und der Nachhaltigkeit zu sensibilisieren.

Ergebnisse kommen aus Kiel

Auf Nonnenwerth waren die Achtklässler im naturwissenschaftlichen Zweig der Schule jedenfalls Feuer und Flamme. Mit Netzen und speziellen Beuteln machten sie sich auf zum Ufer, um als „Plastikpiraten“ Jagd auf Mikro- und Makroplastik zu machen. In einigen Wochen werden sie aus dem Kieler Forschungslabor die Ergebnisse mitgeteilt bekommen. Die Hoffnung der Schüler: „Dass sich keine Plastikrückstände, weder im Mikro- noch im Makrobereich finden lassen.“