Bürgermeisterwahl in Remagen

SPD Remagen kürt Sabine Junge zur Bürgermeisterkandidatin

Stadtverbandsvorsitzender Rolf Plewa (v.l.) mit Sabine Junge und den Vorstandsmitgliedern Christian Radtke und Winfried Glaser.

Stadtverbandsvorsitzender Rolf Plewa (v.l.) mit Sabine Junge und den Vorstandsmitgliedern Christian Radtke und Winfried Glaser.

Remagen. Mit 32 Stimmen, einer Nein-Stimme und einer Enthaltung wurde Jung als Kandidatin der SPD für die Remagener Bürgermeisterwahl am 4. März aufs Schild gehoben.

„Schön, dass Du gekommen bist“, sagte der Remagener SPD-Stadtverbandsvorsitzende Rolf Plewa an Sabine Junge adressiert. Das fanden auch die SPD-Mitglieder. Die Oberwinterin möchte schließlich im März zur Bürgermeisterin der Stadt Remagen gewählt werden. Da war es in der Tat sinnvoll, zur SPD-Versammlung zu kommen. Denn für die Sozialdemokraten will die 52-Jährige ins Rennen gehen.

„Ich möchte unsere Stadt und ihre Ortsteile fit machen für die Zukunft“, sagte die vom Niederrhein stammende Junge. In ihrem Heimatort Schaephuysen sei sie beeindruckt gewesen vom engen Miteinander der Bürger, von der Bürgernähe und Präsenz des Bürgermeisters. Für Junge, die politische Wissenschaften, Kommunikationsforschung und Germanistik studiert hat, ein Vorbild.

In Oberwinter wurde sie als „bekennendes Landei“ schließlich sesshaft. Seither arbeitet sie in Köln und leitete die PR- und Marketingabteilung in einem Wirtschaftsunternehmen. „Ich habe in den letzten Jahren Standorte aufgebaut, Markteintrittskampagnen durchgeführt und Sozialprojekte für das Unternehmen ins Leben gerufen, kurzum: Arbeit ist für mich eine große Freude, ich brenne für meine Ideen und deren Umsetzung“, erklärte sie. Dabei sei sie gewohnt, Budgets zu planen, zu verwalten und einzuhalten. Seit einigen Wochen ist Junge stellvertretende Geschäftsführerin: „Das Führen von Teams fällt mir leicht.“

Nichts kommentarlos hinnehmen

Weiter sagte Sabine Junge: „Ich möchte eure Bürgermeisterin werden und dies tue ich als Mitglied der SPD. Es stand für mich nicht zur Diskussion, als parteilose Kandidatin anzutreten, das wäre nicht ehrlich gewesen: Ich bin seit 25 Jahren in der Kommunalpolitik in Oberwinter und Remagen aktiv, ich habe gerne die Interessen aller Bürger im Ortsbeirat vertreten.“ Als Bürgermeisterin wolle sie vor allem eines: zuhören. Den Bürgern, den Ortsvorstehern, den Parteimitgliedern.

Ob Müllgebühren oder Kita-Plätze: Als Bürgermeisterin werde sie nicht kommentarlos in diesem Zusammenhang stehende Unzulänglichkeiten hinnehmen – auch wenn die Zuständigkeiten unmittelbar woanders lägen. Schnelles Internet sei ein Muss: „Wären wir noch in der Zeit der elektrischen Schreibmaschine, wäre auch alles gut. Die Realität sieht aber in einigen Ortsteilen so aus, dass man, wenn man am eigenen PC eine Datei herunterladen möchte, den Nachbarn bitten muss, aus dem Internet zu gehen. Das kann im 21. Jahrhundert eigentlich nur ein schlechter Witz sein.“

Auch ging die Bewerberin auf den Einzelhandel und das Kaufverhalten der Remagener ein: „Ich kann als Bürgermeisterin niemanden zwingen, in Remagen einzukaufen, aber ich kann mit der städtischen Wirtschaftsförderung ein Konzept entwickeln, damit sich wieder mehr Geschäfte in Remagen und vor allem in den Ortsteilen niederlassen und damit Kaufkraft gebunden wird. Das gilt ganz besonders für die nördlichen Ortsteile, die gerne über die Landesgrenze zum Einkaufen fahren.“

Spielräume im Haushalt begrenzt

Die B9 sei die Remagener Lebens- und Verkehrsader, „denn die Bahn lässt uns immer mehr im Stich und der ÖPNV hilft auch nicht wirklich“, so Junge zum Thema Verkehr. Für die Anwohner der B 9 bringe das hohe Verkehrsaufkommen Lärm- und Luftbelastungen. Das Problem gelte es zu lösen. Ohnehin sei ein Verkehrskonzept „aus einem Guss“ von Nöten. Auch der Tourismus müsse angekurbelt werden. „Es kann nicht angehen, dass beispielsweise am Wochenende Hunderte Fahrradtouristen am historischen Ortskern in Oberwinter einfach vorbeifahren – da müssen für alle Ortsteile Wege gefunden werden, dass sie mehr vom Tourismus profitieren.“

Die Spielräume im kommunalen Haushalt seien zwar begrenzt. Es müsse aber geprüft werden, ob die Stadt die vielfältigen Fördermöglichkeiten durch Land und Bund auch wirklich nutze. Junge: „Ich bin mir da nicht immer sicher.“ Zudem müsse untersucht werden, ob vielleicht auch Projekte gemeinsam mit Wirtschaftsunternehmen aus der Stadt durchgeführt werden könnten.

„Ich lebe seit 25 Jahre hier am Rhein und Remagen ist für mich Heimat und Zuhause geworden. Ich bitte um eure Unterstützung, damit wir gemeinsam ein Remagen schaffen, in dem wir gesund und sicher leben, über die Ortsteile hinaus zusammenrücken und gut wirtschaften für die Zukunft und unsere Kinder“, sagte die Kandidatin zum Abschluss.