Campusleben hautnah

Rhein-Ahr-Campus in Remagen öffnet seine Türen

Den Minicomputer „Raspberry Pi“ stellen Angela Roßbach (4.v.r.) und Daniela Müller (r.) den künftigen Studierenden vor.

Den Minicomputer „Raspberry Pi“ stellen Angela Roßbach (4.v.r.) und Daniela Müller (r.) den künftigen Studierenden vor.

REMAGEN. Der Remagener Rhein-Ahr-Campus (RAC) hat für künftige Studierende seine Labore geöffnet und Vorlesungen veranstaltet. Das bedeutete Campusleben hautnah: Der "RAC & Du"-Tag fand im laufenden Betrieb statt.

Was ist der Unterschied zwischen Schulunterricht und Studium? Wie läuft ein Bachelor-, wie ein Auslandsstudium ab? Fragen über Fragen, die Professoren und Mitarbeiter des Rhein-Ahr-Campus (RAC) in Remagen 200 Schülern, Azubis und Eltern beantworteten. „Unser 'RAC & Du'-Tag findet im laufenden Betrieb mit 2900 Studierenden statt. Das ist gewollt, damit die Interessenten in Vorlesungen, Laboren, an Ständen oder in Workshops das Campusleben hautnah mitbekommen“, so Daniela Müller vom Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Fachhochschule (FH).

Hauptsächlich Gymnasiasten der Klassen 11 bis 13 waren vor Ort, überraschend viele von ihnen hatten diesmal die Eltern dabei. Im Angebot der FH sind die Fachbereiche Mathematik und Technik sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Zum Konzept des Tages gehört, dass Studierende als Mentoren die Workshops leiten. „Von jungen Absolventen, die wie ich selbst oft erst im dritten Semester stecken, nehmen die Schüler eher was an“, ist sich Luca Hanke sicher. Er informiert mit Moritz Beule bei „Management & Vermarktung im Sport“, worauf es bei einer Event-Konzeption ankommt.

Auf die Schüler wartete kein Monolog, sondern sie mussten selbst ran. Da hieß es, sich über Zuschauer, Spieler, Vermarktung, Medien, Infrastruktur und Nachhaltigkeit Gedanken zu machen, sich in die Lage der Zielgruppe zu versetzen, dann zu diskutieren und Argumente vor dem Plenum auch darzulegen. Während diese Gruppe darüber brütete, haben die Mentorinnen des Ada-Lovelace-Projektes sich der Mathematik zum Anfassen verschrieben. So versuchte Nour el Huda Chouch (19), mit strategischem Denken ihr rotes Auto aus dem Park-Chaos der blauen Pkw zu befreien. Emelie Figgen und Kristin Beckmann gaben ihr Tipps, bis das Knäuel aus Spielzeugautos sich aufgelöst hatte. „Nach meiner Berufsschulzeit möchte ich studieren“, so die 19-Jährige, die die regionale Nähe des RAC und seinen guten Ruf schätzt. Ob sie sich dort einschreiben wird, wusste die Zwölftklässlerin Thalaia Malik vom Are-Gymnasium Bad Neuenahr noch nicht. Sie fand den Workshop „Das Krankenhaus der Zukunft“ interessant. Zumindest lernte sie den Aufbau einer Klinik kennen und philosophierte mit, ob Roboter künftig unsere Ärzte sein werden.

Beim Angebot der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Angela Roßbach ging es darum, mit Obst die Welt von LEB (Logistik & E-Business) zu entdecken. Da musste mit dem Orangenplantagenbesitzer verhandelt werden, sich die Käufer von Schale und Saft arrangieren und im besten Fall die Markttransparenz herausgearbeitet werden.

Zudem hatte Roßbach einen Himbeerkuchen dabei, einen „Raspberry Pi“, einen in England entwickelten Einplatinen-Minicomputer, der sich problemlos auseinander und zusammenbauen lässt. „Jugendliche sollen so zum Programmieren angeregt werden“, so Roßbach. Ihrem sportlichen Ziel, einen Großevent zu planen, waren derweil Gerth Maurus (14) und Zwölftklässlerin Tabea Weitzel, beide vom Gymnasium Calvarienberg Ahrweiler, ein Stück nähergekommen. Maurus, der Fußball spielt, Ski und Mountainbike fährt, hat erfahren, dass man nicht sportlich sein muss, um eine Sportveranstaltung zu managen. Ein anderer Schüler drückte ohne Worte mit seinem T-Shirt aus, für welches Großereignis sein Herz schlägt: Rock am Ring.