Aufmarsch der Rechten

Remagener Bürger bieten Paroli

REMAGEN. Wenn am Samstag, 23. November, wieder einige hundert Neonazis in Remagen aufmarschieren, wird es zeitgleich in der Römerstadt ein großes Friedensfest geben. Angesagt hat sich auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie wird um 14 Uhr zu den Remagenern sprechen.

Ein ganzes Bündel an Aktionen will man dem Rechtsextremismus entgegensetzen. "Wir in Remagen gegen Nazis!" lautet der Slogan auf dem Marktplatz. Unter dem Motto "Remagen ist bunt" soll dem dumpfen Aufmarsch mit einem Unterhaltungsprogramm Paroli geboten werden.

Um 11 Uhr soll es an der Friedenskapelle einen Ökumenischen Gottesdienst geben. Im Anschluss wird das kleine Gotteshaus mit der Schwarzen Madonna wie bereits in den Vorjahren verhüllt. Gleich daneben werden am Nachmittag bekanntlich die Neonazis eine Kundgebung abhalten.

Angekündigt haben sich auch linke Gruppierungen, die den Aufmarsch der Rechten stören wollen. Wie in den Vorjahren wird wieder mit einem Großaufgebot der Polizei gerechnet. In der Fußgängerzone wird es eine große Infomeile, in der evangelischen Friedenskirche eine Ausstellung "Kinder, Jugendliche und Jugendführer als Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz und Umgebung" geben.

Ab 13 Uhr wird zudem Wolfgang Gückelhorn mit einem Vortrag und mit Bildern über das "Lager Rebstock" in Dernau berichten. Michael Schankweiler wird um 15 Uhr zum Thema "Die Kirche und ihr Verhältnis zum Judentum - Umkehr und Erneuerung" sprechen. Im evangelischen Gemeindehaus wird zum "offenen Haus" mit Kaffee, Tee und kleinem Imbiss, der Möglichkeit zum Schmökern in Büchern zum Thema Toleranz eingeladen.

Auf die Besucher warten am Nachmittag Theatervorführungen (13.30 bis 14 Uhr: Vorführung von Szenen aus dem Theaterstück "Brücken in Remagen"), Lesungen (15 bis 16 Uhr: Lesung aus den Remagener Büchern "Ich habe einen Traum" mit Schülern der Realschule plus und "Das kleine lila Pony" mit Kindern im Grundschulalter) oder auch Mitmachangebote (16 Uhr, Improvisationstheater. Viel los sein wird auch auf dem Marktplatz, wo um 17 Uhr ein "interreligiöses Abschlussgebet" stattfindet und die Luftballonaktion "Friedenswünsche" gestartet wird.

Zwischen 12 und 18 Uhr zeigt die Villa Heros, Kirchstraße 3, die Ausstellung "Mitbürger unter Vorbehalt - Remagener Juden zwischen Anerkennung und Vernichtung". Ein Zusammenschluss vieler Gruppierungen aus der Großregion ruft ferner unter dem Slogan "NS-Verherrlichung stoppen - Nazis in Remagen entgegentreten" zu einer Demonstration auf. Um 10 Uhr startet diese nach einer Kundgebung vom Parkplatz Grabenstraße.

Weitere und laufend aktuelle Informationen zu den Programmen der einzelnen Veranstaltungsorte findet man im Internet unter www.facebook.com/BuendnisRemagen.