Für Menschen mit Behinderung

Neue Beratungsstelle in Remagen öffnet

Eröffnung der EUTB-Geschäftsstelle in Remagen: Anita Reichert (v.l.), Nadine Frantzen, Achim Fuhrmann, Christina Fuchs und Beate Waldner-Brenner.

Eröffnung der EUTB-Geschäftsstelle in Remagen: Anita Reichert (v.l.), Nadine Frantzen, Achim Fuhrmann, Christina Fuchs und Beate Waldner-Brenner.

REMAGEN. In der Remagener Fußgängerzone gibt es Hilfe für Menschen mit Behinderung aus dem ganzen Kreis Ahrweiler. Die Mitarbeiter wollen unter anderem durch das Labyrinth der Sozialhilfegesetze helfen.

In der ganzen Bundesrepublik gibt es 500 EUTB, Remagen hat jetzt auch eine „Ergänzende Unabhängige Teilhabe-Beratung“. Die Geschäftsstelle unter der Leitung von Beate Waldner-Brenner in der Fußgängerzone Marktstraße 95 ist die einzige im Kreis Ahrweiler, in dem immerhin 12.000 Menschen mit einer Schwerbehinderung leben. Träger der EUTB, die Menschen mit Behinderung, von Behinderung Bedrohte, aber auch deren Angehörigen in allen Fragen zur Rehabilitation und Teilhabe berät, ist der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderte (BSK).

Der Weg zum barrierefrei zugänglichen Ladenlokal, in dem bislang die Biometzgerei „Fleischkontor“ untergebracht war, war kein leichter. Auch wenn das Bundesteilhabegesetz das ergänzende Angebot gesetzlich verankert habe, so sei die Umsetzung vor Ort nicht immer hürdenfrei, betonte Anita Reichert, stellvertretende BSK-Vorsitzende, die auch den Landesverband Rheinland-Pfalz leitet und Vorsitzende im für Remagen zuständigen Bereich Mittelmosel ist.

„Meine Stellvertreterin Christina Fuchs hat hier täglich Randale gemacht“, so Reichert bei der Begrüßung der Gäste, zu denen unter anderem auch Achim Fuhrmann aus der Abteilung „Förderung der Teilhabe“ im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Karl-Heinz Porz, Leiter der Sozialabteilung des Kreises, Remagens Beigeordneter Rolf Plewa und Vertreter des Werkstattrates der Kreis-Lebenshilfevereinigung gehörten. „Frau Fuchs hat über Jahre im positiven Sinne 'genervt', damit das, was im Gesetz steht, auch umgesetzt werden kann. Wir reden hier von hohem ehrenamtlichen Engagement und sagen auch in Zukunft jegliche Unterstützung von Rat und Verwaltung zu“, so Plewa. Wichtig sei der EUTB eine kostenlose Beratung auf Augenhöhe und nach individuellen Bedürfnissen: im Vorfeld der Beantragung von Leistungen, unabhängig von Trägern, die sie bezahlen oder erbringen, ergänzend zur Beratung anderer Stellen.

Auch das „Peer Consulting“, die Beratung von Betroffenen für Betroffene, spiele eine wesentliche Rolle. Lediglich eine Rechtsberatung und Begleitung in Widerspruchs- und Klageverfahren wird nicht angeboten. „Hier gibt es den guten und recherchierten Rat für alle Menschen, jeder kann hier sein Herz ausschütten. Das 'Dankeschön' der ratsuchenden Menschen ist für uns Anerkennung“, so Reichert.

Fuchs ergänzte: „Jeder von uns kann im späten Lebensalter eine Behinderung erfahren. Wir helfen durch das Labyrinth der Sozialhilfegesetze und hoffen jetzt, dass diese befristete EUTB nach 26 Monaten weiterarbeiten kann.“

Die Sprechstunden und Öffnungszeiten der EUTB in der Marktstraße 95 in Remagen sind montags bis donnerstags von 9 bis 13 Uhr. Infos unter 0 26 42/9 04 31 90, per E-Mail unter info@eutb-bsk-mittelmosel.de oder unter www.eutb-bsk-mittelmosel.de.