Rheinhalle in Remagen

Marc Metzger alias "Ne Blötschkopp": Seit 25 Jahren im Rampenlicht

Marc Metzger feierte sein Silberjubiliäum auf der Bühne als Konzert: "Weil ich da Bock drauf hatte." FOTO: GAUSMANN

Marc Metzger feierte sein Silberjubiliäum auf der Bühne als Konzert: "Weil ich da Bock drauf hatte."

REMAGEN. Mit einem großen Konzert in der Rheinhalle, zu dessen Anlass Marc Metzger auch viele bekannte Gesichter aus dem Kölner Karneval um sich versammelte, hat das karnevalistische Urgestein sein silbernes Bühnenjubiläum gefeiert.

In gewohnter Nonsens-Manier und mit zahlreichen frischen Liedern im Gepäck begeisterte der gebürtige Unkelbacher die ausverkaufte Halle.

Einen schöneren Abend konnte man sich für ein Jubiläum kaum denken: Ein warmer Herbsttag ging in einen milden Abend über und die Menschenmassen standen sich vor der Rheinhalle die Füße platt. Schon Wochen vorher war das Ausnahmekonzert ausverkauft gewesen. 900 Besucher wurden am Samstagabend gezählt. Sie wurden nicht enttäuscht.

Marc Metzger präsentierte sich in allen Facetten: Vom typischen Anarcho-Kasperle über den singenden Büttenredner bis hin zum waschechten Robbie Williams-Imitator. Auch das Spiel zwischen Ernst und Klamauk beherrschte er mühelos. Verhackstückte er gerade noch ein "ernstes Bratwurst-Problem", konnte er im nächsten Moment schon mit "Ussjebrant" über seinen Burnout im letzten Jahr singen - doch auch das nicht ohne ein gewisses Augenzwinkern.

Wer den "Blötschkopp" aus dem Fernsehen kennt, der kennt ihn vermutlich nur als Büttenredner. Das Jubiläum hatte er hingegen mit Absicht mehr als Konzert konzipiert. "Weil ich da Bock drauf hatte!"

So interpretierte er mit großer Band den Klassiker "Halt Dich irgendwo fest" von BAP, oder erzählte, nur zur Mandoline singend, von einem besinnlichen Weihnachtsfest dank eines abgesägten Funkmastes. Dazwischen streute Metzger satirische Seitenhiebe auf die Gegenwartskultur ein oder berichtete von traumatischen Ereignissen seiner Jugend.

Da zwingt ihn ein Handykauf zu selbstsynchronisierender Computerhardware und ein Dreikäsehoch verletzt sich selbst und beinahe auch ihn während der Kleine seinen Namen mit Bändern in die Luft malen will.

Die Freunde des kölschen Karnevals kamen auf jeden Fall auf ihre Kosten. Mit den "Goldenen" Lyskircher Hellige Knäächte un Mägde war der Traditionstanz vertreten und mit Querbeat heizten junge Gesichter des Karnevals den Zuschauern gehörig ein. Der "Kölsche Tenor" Tino Selbach mimte Metzger als Bauchrednerpuppe und unterstützte ihn bei einer Boygroup-Performance.

Einer der zahlreichen Gänsehaut-Momente des Abends und absoluter Höhepunkt war jedoch, als eine Kölner Legende und das große Vorbild Metzgers die Bühne betrat: Hans Süper höchstpersönlich. So schnell war das Publikum in der Rheinhalle noch nie von den Stühlen gesprungen.

Mit einem improvisierten Jubiläumsblues und drei Liedern - darunter seine unvergessliche Interpretation von "Ich bin ene kölsche Jung" - rührte er nicht nur den Jubilar zu Tränen. Einen Abend solcher Höhepunkte konnte eigentlich nur das Markenzeichen des "Blötschkopps" noch abrunden: Am Ende von "Kopp vull Dräum" schossen zwei riesige Kanonen Konfetti unter das Publikum - der Applaus wollte erneut nicht enden.