Remagens Studenten vor einer Herkulesaufgabe

Klagen über Lärm: Die „Baracke“ muss schließen

REMAGEN. Die in Eigenregie der Remagener Studenten betriebene Gast- und Versammlungsstätte in der Innenstadt arbeitet an einer Alternative.

Viele Monate lang haben sie hart gearbeitet und gewerkelt, um sich eine eigene Freizeitstätte zu schaffen. Die Studierenden der Fachhochschule Remagen hatten sich mit der „Baracke“ im Herzen der Fußgängerzone eine Kneipe geschaffen, die in den vergangenen anderthalb Jahren zur Institution geworden ist.

Nun ist Schluss. Die von den Studenten in Eigenregie betriebene Gast- und Versammlungsstätte schließt Ende Juli.

Grund: massiver Ärger mit der Nachbarschaft.

Betrieben wird die „Baracke“ vom Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta), dessen Vorsitzender Daniel Arians in besonderer Verantwortung steht.

Zu nächtlicher Stunde habe es oftmals vom Lokal ausgehenden Krach gegeben, was die Anlieger der engen Remagener Fußgängerzone auf die Palme trieb, da sie in den frühen Morgenstunden der unangenehmen Beschallung ausgesetzt waren. Sie beschwerten sich bei der Stadt. Und das nicht nur einmal. Immerhin wurde die „Baracke“ täglich von 30 bis 50 jungen Leuten aufgesucht, standen „Events“ an, dann waren es bis zu neunzig, berichtete ASTA-Chef Daniel Arians.

„Als Konzessionsbehörde mussten wir irgendwann handeln“, berichtete Wirtschaftsförderer Marc Bors. Immer wieder habe man das Gespräch gesucht: „Mal mit, mal ohne Polizei.“ Am vorhandenen Standort der „Baracke“, so Bors, sei das Problem einfach nicht in den Griff zu kriegen. Dabei habe die Stadt eine Menge getan, damit das Studentenlokal in der Fußgängerzone überhaupt Ende 2014 hatte öffnen können, betonte der Wirtschaftsförderer.

Ein Rückbau ist angesagt

Eine Reduzierung der Öffnungszeiten habe nicht den gewünschten Effekt erzielt, die Umsätze rauschten vielmehr in den Keller. Nun wurde der Vertrag gekündigt. Ein Rückbau ist angesagt. Was Arians und seine rund 20 Helfer vor anderthalb Jahren in zweimonatige Arbeit in den Semesterferien an Kneipen-Infrastruktur schufen, muss größtenteils wieder entfernt werden.

Natürlich hat sich der Asta längst nach einer Alternative umgeschaut – und ist dabei möglicherweise fündig geworden. Das frühere „Takses“, gleich am Bahnhof zwischen Café und Spielhalle gelegen, könnte als neues Domizil in Frage kommen. Problem: Es werden zwischen 15.000 und 25.000 Euro benötigt, um das neue Vorhaben zu realisieren. Mit etwas Glück, so Arians, könne vielleicht schon Mitte Oktober eine neue Studentenkneipe in Remagen eröffnen. Arians ist sich sicher: „Die Probleme, die wir in der Fußgängerzone hatten, werden wir dort nicht haben.“

Das nahm auch der Förderkreis der Fachhochschule Remagen zur Kenntnis, dem der Asta-Chef die Sorgen vortrug. Unter dem Vorsitz von Thomas Wolff gab der Vizepräsident der Hochschule, Dietrich Holz, einen Überblick über die aktuelle Situation am Rhein-Ahr-Campus, an dem 52 Professoren insgesamt 2.746 Studierende unterrichten.