Bürgermeisterwahl in Remagen am 4. März

Kandidat Gereon Wickord bohrt dicke Bretter

Kandidat Gereon Wickord mit seiner Ehefrau Bettina.

Kandidat Gereon Wickord mit seiner Ehefrau Bettina.

REMAGEN. An der Remagener Waldburgstraße, unweit der Apollinariskirche, wohnt der Mann, der im März zum neuen Bürgermeister der Römerstadt gewählt werden will: Gereon Wickord. Der General-Anzeiger stattete dem parteilosen Kandidaten in seinem Zuhause einen Besuch ab.

Alles ist gediegen, Holz dominiert, der Ofen strahlt angenehme Wärme aus. Wer zu Gereon Wickord nach Hause kommt, der betritt ein gemütliches Eigenheim, in dem das Feuer im offenen Kamin prasselt und die vielen in massiven Holzregalen stehenden Bücher im Schein der Flammen flackern. Es ist ein warmes, gemütliches Ambiente, das sich der 56-Jährige mit seiner Familie geschaffen hat. An der Waldburgstraße, unweit der Apollinariskirche, wohnt der Mann, der im März zum neuen Bürgermeister von Remagen gewählt werden will.

Als Gereon Wickord bei einem Schützenball der Sankt Sebastianer erfuhr, dass Amtsinhaber Herbert Georgi (CDU) nicht mehr antreten wollte, fasste der Kaufmann und Volkswirt schnell einen Entschluss: Er will ins Rathaus einziehen und seine Heimatstadt und deren Zukunft mitgestalten. „Warum auch nicht?“, meint seine Frau Bettina, ihr Mann bringe alle Voraussetzungen mit: Tatkraft und Entschlossenheit, Ruhe und Weitsicht, Augenmaß und gesunden Menschenverstand.

„Remagen hat viel Potenzial. Da kann man eine Menge draus machen“, so der Hobbyschütze und Schießmeister der Remagener Sebastianer.

Er muss es wissen

Denn er ist in der Römerstadt geboren und dort aufgewachsen. Nach dem Abitur hat er Volkswirtschaft studiert und eine kaufmännische Lehre absolviert. Seit Jahrzehnten arbeitet er in der Baubranche. Sein Job: der Verkauf von Beton. Etwas zu zementiert scheint ihm die Remagener Kommunalpolitik zu sein: „Ich bin parteilos und damit unabhängig von parteipolitischen Einflüssen. Ich will nicht nur verwalten, sondern gestalten.“ Gemeinsam mit den Bürgern wolle er Lösungen finden, die „den größtmöglichen Nutzen bieten“.

Dass er gar keine kommunalpolitische Erfahrung hat, empfindet er nicht als Manko, sondern vielmehr als gute Voraussetzung dafür, Dinge unbelastet und unvoreingenommen in Angriff nehmen zu können. So, wie er es in der Privatwirtschaft umgesetzt und gelernt hat. Wirtschaft und Gewerbe gelte es zu stärken, Bestandspflege müsse betrieben werden, damit Firmen nicht auf Abwanderungsgedanken kämen. Die Innenstadt („Da ist nichts los“) müsse aufgewertet, das Einzelhandelsangebot verbreitert werden. Zu wenig sei für den Tourismus getan worden – die „Zugpferde“, die Remagen vorweisen könne, würden schlecht oder gar nicht vermarktet.

Hohe Verschuldung der Stadt

„Wir müssen die Stärken bewahren und die Chancen nutzen“, erklärt der vierfache Familienvater. Eher eine Schwäche sei die hohe Verschuldung der Stadt. Sie sei zu hoch, ein stärkerer Abbau der Verbindlichkeiten sei dringend erforderlich. Laufende Projekte und geplante Neuinvestitionen müssten demnach auf den Prüfstand und einer Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen werden. „Welchen Sinn macht eine aus 900 Einzelwünschen bestehende Projektliste?“ fragt sich der Kandidat. Besser sei es, sich auf das Machbare zu konzentrieren.

Er habe sich eine „effiziente Verwaltungsführung“ auf die Fahne geschrieben. Es müsse überprüft werden, ob die Rathausmitarbeiter mit den richtigen Aufgaben betraut oder für einen anderen Arbeitsauftrag besser geeignet seien. Besser informiert werden sollen auch die Bürger. Nach Gereon Wickords Geschmack werden sie „zu sehr vor vollendete Tatsachen gestellt“. Eine sinnvolle Öffentlichkeitsarbeit aus dem Rathaus heraus habe er bislang nicht wahrnehmen können. Das soll sich bei Bürgermeister Wickord ändern. Er wolle für Bürgernähe, mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz stehen.

Mehr mitgenommen werden müssten auch die Ortsteile, es seien speziell auf sie zugeschnittene Konzepte erforderlich. „Hier müssen die Problemfelder Nahversorgung und Hochwasserschutz bei Starkregen dringend gelöst werden“, sagt der Kandidat, der in seiner Freizeit nicht nur auf dem Schützenplatz Kimme und Korn in Einklang zu bringen versucht, sondern sich vor allem der Materie „Holz“ widmet. So schreinert und drechselt er. Einen edlen Aktenkoffer aus Holz beispielsweise. Oder eine Schale, ein Regal oder ein Schmuckkästen für Ehefrau Bettina. So oder so: Dicke Bretter bohren kann der Bewerber um das Bürgermeisteramt jedenfalls.