Remagener mit Sammelleidenschaft Herbert Höcky schwärmt für Sparschweine

REMAGEN. Der Remagener Herbert Höcky hat eine Sammelleidenschaft: Er hortet Sparschweine und Geldbüchsen. Mehr als 2000 Exemplare hat der Künstler angehäuft.

Ein Sparschwein zu kaufen, ist durchaus billiger, als es regelmäßig zu füttern. Wie mag es dabei Herbert Höcky ergehen? Er hat mehr als 2000 Sparschweine und Spardosen. Es gibt bekanntlich viele Wege, sich zu bereichern. Einer der besten mag die Sparsamkeit sein. Wenn man jedoch so viele Schlitzbehältnisse hat wie der 71-jährige Remagener, wird es eng mit dem täglichen „Cash flow“, auch wenn der Spruch „Auf Sparen folgt Haben“ durchaus seine Berechtigung haben dürfte.

In Remagen ist Höcky kein Unbekannter. Der Künstler, der sich gerne im an der Bachstraße gelegenen Café seiner Tochter aufhält, hat schließlich das Kunstwerk geschaffen, das den Kreisel an der Südeinfahrt der Römerstadt ziert: Es zeigt symbolhaft die eingebrochene Ludendorffbrücke und gilt als Mahnmal für den Frieden. Vor zwölf Jahren wurde es fertiggestellt und den Remagenern übergeben.

Höckys Sammelleidenschaft für kleine und große, dicke und dünne Sparschweine ist indes viel älter. Mit einer Spardose für den Sohn fing es an. Hin und wieder steckte Höcky zur ungezügelten Freude des Filius einen Zehnmarkschein dort hinein. Irgendwann fand der Künstler jedoch, dass ein neues Geldaufbewahrungsgefäß von Nöten sei. Sparschwein Nummer zwei wurde beschafft. „Irgendwie war nun mein Interesse geweckt“, so Höcky. Nicht an der Spardose des Sohnes, sondern an der Vielfalt der Sparbüchsen.

Suche auf dem Flohmarkt

Auf Flohmärkten spähte der Künstler nach ausgefallenen Exemplaren. Ob aus Porzellan, Blech, Kupfer, Holz, Plastik oder Aluminium: Höcky kaufte alles, was mit einem Münzeinwurf versehen war und zum Sparen animierte. Mehr als 500 mit Sparschlitz ausstaffierte Schweinchen starren fröhlich aus Höckys Vitrinen. Man staunt, in welchen Variationen es Herrn Eber und Frau Sau mitsamt ihrer gigantischen Spar-Ferkel-Aufzucht so gibt: in Rosé oder bunt bemalt, mit angedeutetem Grunzer, mit geschlossenen oder zumeist geöffneten fröhlichen Augen, mit angelegten Schweineohren oder mit Ringelschwanz. Ihre Gemeinsamkeit: der Schlitz zum Münzeinwurf.

Am besten mit innenliegenden Zacken versehen. So ist es gerade für kleine Sparer nicht unbedingt leicht, das Gesparte so ohne weiteres wieder herauszubekommen, ohne den Hauptverschluss zu beschädigen, dessen Schlüssel meist die Eltern haben. Mit brachialer Gewalt lässt sich vor allem das Porzellanschwein natürlich bezwingen – man kann auch sagen: schlachten.

10 000 Euro in Hobby investiert

Schuhe, kleine Koffer, Micky-Mäuse, Snoopys, Bären, Bananen, Clowns, Kühe, ja gar Melonenscheiben aus Plastik müssen als Sparbüchse herhalten. Herbert Höcky hat sie alle gesammelt. Ein Mini-Bücherschrank als Spardose oder ein Opa, der auf einem Hocker sitzend die Zeitung liest: Im Hohlraum klimpern die Münzen, die zuvor durch den Einwurfschlitz gesteckt wurden.

Längst ist Höcky dazu übergegangen, Remagener Einzelhandelsgeschäfte branchenbezogen mit seinen Sparschweinen zu beglücken. Als Deko-Material. Dass der örtliche Metzger ein dickes Schwein erhält, ist allzu verständlich. Aber auch Modegeschäfte, Bäcker, der Optiker oder Apotheker können mit Höckys gesammelten Motiv-Sparbüchsen ihre Schaufenster verschönern.

10 000 Euro, so schätzt der Sammler, hat ihn seine Leidenschaft bislang gekostet. Ein Ende ist nicht abzusehen. Hinzu gekommen ist ein weiteres kleines – eher neues – Hobby: Höcky sammelt nun auch Kronleuchter. 70 Stück hat er schon auf Flohmärkten eingesammelt. In Linz, gegenüber von Remagen gelegen, will er damit nun einen bereits ausgeguckten Baum zum Strahlen bringen und die schönsten Exemplare zwischen die Äste und Blätter hängen. Derzeit tüftelt der Künstler noch an der Stromversorgung.

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