Früherer Bürgermeister wird 90

Hans Peter Kürten prägte Remagen maßgeblich mit

Ein Bild aus jüngeren Tagen: Hans Peter Kürten (links) bei einer Führung durch das Friedensmuseum in den Brückentürmen von Remagen, das er initiiert hat.

Ein Bild aus jüngeren Tagen: Hans Peter Kürten (links) bei einer Führung durch das Friedensmuseum in den Brückentürmen von Remagen, das er initiiert hat.

REMAGEN. Der frühere Remagener Bürgermeister Hans Peter Kürten wird am Mittwoch 90 Jahre alt. Von 1969 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1994 prägte Kürten maßgeblich die Entwicklung der Römerstadt mit.

Am heutigen Mittwoch jährt sich der Geburtstag des ehemaligen Remagener Bürgermeisters Hans Peter Kürten zum 90. Mal. Am 15. Mai 1929 in Langenfeld bei Solingen geboren, bestimmte Kürten ein bewegtes Vierteljahrhundert lang, von 1969 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1994, maßgeblich die Entwicklung der Römerstadt mit. Während Kürtens Amtszeit wurden beispielsweise die Remagener Fußgängerzone und das städtische Schwimmbad gebaut.

Zur Eröffnung des Allwetterbades im Jahr 1974 sprang Kürten in voller Montur vom Drei-Meter-Brett. Dazu hatte er allen Grund: Über ein Allwetterbad durfte sich zu jener Zeit in Rheinland-Pfalz nämlich nur noch Grünstadt freuen. Ein Superlativ auch die ebenfalls zu Kürtens Amtszeit gebaute Rheinhalle: Bei ihrer Eröffnung im Jahr 1982 war sie die erste Sport- und Mehrzweckhalle mit angebautem Bühnenhaus in Rheinland-Pfalz. Konzipierung und Bau der Süd- und anschließend der im Rat höchst umstrittenen Nordeinfahrt in die Remagener Innenstadt fielen ebenfalls in Kürtens Amtszeit.

Untrennbar mit Kürtens Namen verbunden bleibt vor allem aber das am 7. März 1980 – dem 35.Jahrestag der kampflosen Eroberung der Brücke durch die Amerikaner – in den beiden linksrheinischen Brückentürmen der ehemaligen Ludendorff-Brücke eröffnete Friedensmuseum. Auf den Tag genau zwei Jahre zuvor hatte Kürten den Stein buchstäblich ins Rollen gebracht: Um das für den Museumsaufbau nötige Geld zusammenzukriegen, verkaufte er am 7. März 1978 erstmals in Kunstharz eingeschlossene Steine der ehemaligen Brückenpfeiler als Souvenirs. Zeitungen und Zeitschriften, Radio- und TV-Stationen aus vielen Ländern der Welt berichteten über diese ungewöhnliche Aktion. So kam bald genügend Geld für den Aufbau des Museums zusammen. Und US-Veteranen schickten Hans Peter Kürten Fotos, Notizen und Skizzen, die später im Museum ausgestellt wurden.

Die Museums-Trägerschaft übernahm der am 14. Januar 1981 von Kürten gegründete Verein „Friedensmuseum Brücke von Remagen“, dessen Vorsitzender er 27 Jahre lang war – bis er dieses Amt im vergangenen Jahr aus gesundheitlichen Gründen niederlegte.

Auch die Remagener Friedenskapelle „Schwarze Madonna“ würde es ohne Hans Peter Kürten nicht geben. Nachdem das Friedensmuseum eingerichtet worden war, ließ er an der Stelle, an der später, am 9. Oktober 1987, die Kapelle eingeweiht wurde, zunächst ein Kreuz aufstellen. Während der Weihnachtszeit 1984 startete Kürten, durch ehemalige Lagerinsassen angeregt, über die Deutsche Presse-Agentur einen Spendenaufruf. Ziel war, Gelder für den Bau einer Kapelle zu sammeln. Die Resonanz war überwältigend, sodass Kürten in nur sechs Monaten die 320 000 Mark zusammen hatte, die für das Bauprojekt nötig waren.