Neujahrsempfang in Remagen

Grünen luden in den Weinkeller des Rathauses

Gespräche im Weinkeller: Frank Bliss, Tabea Rößner, Karin Keelan und Evelin Lemke (von links)

Gespräche im Weinkeller: Frank Bliss, Tabea Rößner, Karin Keelan und Evelin Lemke (von links) FOTO: MARTIN GAUSMANN

REMAGEN. Gut besucht war der kleine Neujahrsempfang der Remagener Grünen im Weinkeller des Rathauses. Viele Grüne aus Remagen, aber auch aus Sinzig waren der Einladung ebenso gefolgt wie die Vertreter anderer Fraktionen im Remagener Rat, des Seniorenbeirates sowie die Remagener Künstlerszene.

"Es sollen nicht nur die ganz großen Reden geschwungen werden, aber es wird einige Worte zur Energiewende und zum Klimawandel geben", kündigte Frank Bliss bei der Begrüßung an. 

Die beiden Ehrengäste Eveline Lemke, stellvertretende Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz, und Mitglied des Bundestages Tabea Rößner lieferten engagierte Grundsatzreden. Beide grünen Politikerinnen betonten die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und den Flüchtlingsströmen auf der Welt. "Mit Herz, Mut und Weitblick" hatte Tabea Rößner das Motto der Klausurtagung der Bundestagsfraktion mitgebracht und gleichzeitig auch einen kleinen Rückblick auf das Jahr 2015 gehalten.

Der Neujahrsempfang der Remagener Grünen diente aber inoffiziell auch als Auftakt in die heiße Phase des Wahlkampfes zur Landtagswahl. Dafür sorgte vor allem Wirtschaftsministerin Lemke. "Opposition ist Mist", lautet ihre einprägsame Kampfansage und war gleichzeitig ein klares Bekenntnis für die Fortsetzung der rot-grünen Koalition in Mainz. Lemke fuhr scharfe Attacken auf das Wahlprogramm der CDU und deren Spitzkandidatin Julia Klöckner. "Vom Nationalpark bis zur Gesetzgebung des Landes will die CDU alle Pflöcke, die wir bisher positiv eingeschlagen haben, rückabwickeln", kritisierte Lemke. 

Zudem ging sie auf die Flüchtlingssituation und das neue Integrationsministerium in Mainz ein: "Wir haben die 55 000 Flüchtlinge im Land gut untergebracht und versorgt." Eingedenk der Ereignisse der Silvesternacht in Köln forderte Lemke, für eine Grüne ungewöhnlich genug, eine Verschärfung des Sexualstrafrechts. "Tatschen und Anfassen müssen ebenfalls Konsequenzen haben", so Lemke gegenüber dem GA.

Bestens kulinarisch versorgt gab es anschließend im gemütlichen Rathauskeller noch Raum für weitere Gespräche.