Wave-Trophy in Remagen

Für einen Tag Mekka der E-Mobile

Auch unter der Karosserie eines echten Oldtimers kann ein Elektromotor stecken. Davon konnten sich gestern die Zuschauer in Remagen überzeugen.

Auch unter der Karosserie eines echten Oldtimers kann ein Elektromotor stecken. Davon konnten sich gestern die Zuschauer in Remagen überzeugen.

REMAGEN. Die WAVE-Trophy hat am Montag Station in Remagen gemacht. Bei der Messe dreht sich alles um das Thema Fahren mit Strom.

Mit 150 Fahrzeugen machte am Montag die WAVE-Trophy, die weltweit größte Rallye für Elektro-Mobile in Remagen Station. Nicht ohne Grund. Denn seit 2010 gibt es unweit des Rhein-Ahr-Campus bei Kumpan Elektric an der Dieselstraße Elektro-Roller „Made in AW“. Die WAVE-Trophy führt von Bremerhaven nach Basel, wo der Zieleinlauf für den kommenden Samstag geplant ist. WAVE steht für World Advanced Vehicle Expedition.

Remagen war unter Schirmherrschaft von Landrat Jürgen Pföhler einer von 70 Etappenorten, wo es jede Menge Infos zum Thema Elektromobilität gab. Und zehn Ladestationen, an denen die Rallye-Teilnehmer „auftanken“ konnten. Ein Spektakel, dass sich auch Elisabeth Franke aus Walporzheim nicht entgehen lassen wollte. „Wir haben selbst einen Elektro-Roller“, sagte die Theaterschneiderin dem GA. „Und der Strom kommt vom Dach. Das haben wir vor zwölf Jahren mit Photovoltaik aufgerüstet.“ Den Roller nutzt die Familie für Kurzstrecken im Ahrtal. Ein E-Auto sei jedoch noch zu teuer, „auch wenn wir gerne was für die Umwelt tun“.

„Umwelt-Reporter“ nannten sich gestern Grundschüler aus Koblenz-Moselweiß. Sie bildeten die Jury des Etappenortes, der auch als „Mekka der E-Mobilität“ für einen Tag firmieren durfte. Da ging es um „flotte Sprüche“ auf den E-Mobilen und darum, ob diese auch als solche zu erkennen sind. Wobei Letzteres besonders bei den „Japanern“ schwer fiel, als sie auf den Betriebshof fuhren. Mit dabei war auch der Remagener Fahrrad-Hersteller Schauff, der neben E-Tandems mit Akku auch seine „Pedelcs“ ausstellte. „In Luxemburg wurde damit in acht Kommunen ein Verleihsystem aufgebaut“, berichtete Jan Schauff vom Einsatz der E-Bikes, die ob ihres tiefen Einstiegs an Klappräder der 70er Jahre erinnern.

Dass sich Remagen auf Kunden mit E-Mobilen einstellt, erläuterte Verkehrsamtsleiter Martin Tillmann. „In Kürze kommt eine Ladestation an den Park-and-ride-Platz am Bahnhof. Zudem soll eine Ladestation für E-Bikes am Anleger der Köln-Düsseldorfer auf der Rheinpromenade installiert werden. Und auch die Gastronomie macht unter dem Motto „Remagen lädt auf“ mit. „Bislang haben wir 15 Wirte zwischen Oberwinter und Kripp im Boot“, berichtete Wirtschaftsförderer Marc Bohrs.

Auch in der Kreisstadt soll es mehr Ladestationen geben. „Da müssen die Standorte noch durch die Gremien“, erklärte Andrea Schmitz von den Ahrtal-Werken. Bislang gibt es dort nur die Ladestation hinter der Kreissparkasse in Ahrweiler, an der auch deren feuerrotes Mobil betankt wird, das gestern mit Probesitzen für Elektro-Mobilität warb. Und warum machte die Rallye in Remagen Station? „Wir wollten voriges Jahr mitfahren, aber daraus wurde nichts“, sagte Philipp Tykesson. „Der Kontakt war jedoch geknüpfte und diesmal haben wir auch zwei E-Roller auf der Fart dabei.“ Diese und 148 Kollegen mussten sich vor der Weiterfahrt nach Bingen dann noch ein Parcours stellen. Und stellten fest: Ein Elektro-Tretroller ist kein Spielzeug, sondern braucht voller die Aufmerksamkeit des Fahrers. Denn in den Kurven gab es bei „Missachtung der Regel“ unfreiwillige Stunt-Einlagen.