Multikulturelles Fest in Remagen

Für ein fröhliches Miteinander

REMAGEN. Die Kinder waren am schnellsten in dem, was die Erwachsenen dann irgendwann auch taten: Zusammenrücken. Und das ganz im Sinne der Organisatoren des Multikulturellen Fests, zu dem die Beiräte für Migration und Integration des Kreises Ahrweiler sowie der Städte Bad Neuenahr-Ahrweiler, Sinzig und Remagen eingeladen hatten.

. Die 21. Auflage des Festes wurde im Herzen Remagens gefeiert, wo sich Ali Osman Karga, Vorsitzender des Kreis-Integrationsbeirates zum Auftakt wünschte: „Nutzen wir den heutigen Tag für wechselseitiges Kennenlernen und ein fröhliches Miteinander, damit unser Zusammenleben von Respekt, gegenseitigem Vertrauen, Zusammengehörigkeitsgefühl und gemeinsamer Verantwortung geprägt ist.“

Karga verwies auf das Engagement des Kreis-Integrationsbeirats auch gegen Vorurteile, Benachteiligung und Diskriminierung, für die interkulturelle Öffnung der Verwaltungen und sozialen Einrichtungen und für die Ausweitung der Sprachförderung. Er stellte aber auch heraus, dass es an diesem Tag nicht nur um neu Zugewanderte oder Flüchtlinge gehe, sondern auch um die zig Tausend Menschen im Kreis Ahrweiler, die schon vor Jahrzehnten nach Deutschland gekommen und längst Teil dieser Gesellschaft seien.

Bunt war das Bild auf dem Remagener Marktplatz nicht nur wegen der diversen Länderflaggen, sondern auch wegen des Treibens auf und vor der Bühne. Bei bestem Wetter ließen sich auch viele Passanten nieder und lauschten zumindest für eine Weile internationalen Klängen, kosteten Spezialitäten aus Syrien, der Türkei und Brasilien. An Infoständen klärten die Migrationsbeiräte und das Bündnis Remagen für Frieden und Demokratie über ihre Anliegen auf.

Und die Modertoren Ingo Terschanski und Ana Baptista kündigten so bunte Gruppen an wie „Dancas e Catares do Ribatoje de Heinsberg“: Eine portugiesische Gruppe, die, bereits 1976 gegründet, mit Akteuren aller Altersklassen vom Kind bis zum Senior auf dem Markt aufwartete. Sechs Tanzpaare drehten sich zu schwungvollen Liedern wie „Das Mäuschen“ oder „Der Fischer“ und gekleidet in bunte Hüte und Zipfelmützen, verschieden farbige Kopftücher und Schürzen im Kreis oder nahmen sich bei Händen.

Zehn Sänger und Instrumentalisten boten zudem die optische wie akustische Kulisse dafür. Ebenfalls eine Zugabe forderten die Zuhörer von den sechs Tänzerinnen von „Andalucia pura“. Ungewöhnlich waren die Instrumente und Gesänge der Saitenspieler aus Albanien. Lebendige aber auch ruhige Rhythmen aus verschiedenen Teilen der Türkei demonstrierte „Nart Dance“ aus Köln, und auch irische und brasilianische Folklore sowie zum Schluss der „Weltreise“ auch „De kölsche Jung mit Band“ fanden viel Zustimmung.

„Integration und Migration sind nicht nur Thema der Stunde, des Tages oder jeden Tages“, konstatierte der Erste Beigeordnete der Stadt Remagen, Rolf Plewa, und dass diese besondere Bedeutung in den Kommunen bekämen.

Der erste Applaus beim Multikulturellen Fest galt denn auch den Ehrenamtlichen, die in den Kommunen bei der Integration mithelfen. Weiterer Beifall brandete kurz darauf für die Kinder auf, die laut Plewa in den Kindergärten Integration erlebten.

Auf afrikanischen Djembes trommelten die Kinder der Kripper Kindertagesstätte (Kita) „Pusteblume“. Wie die Indianer, die am Lagerfeuer miteinander reden und sich näherkommen gruppierten sich Kinder der Kita Sankt Anna um ein „Feuer“ aus farbigen Tüchern, die sie gemeinsam durch die Luft wirbelten.

Und die „Goethe-Knirpse“ der Kindertagesstätte aus Remagen sangen von Paule Puhmann und seiner Tour im Paddelboot um den Globus. Ihr „Guten Tag! Auf Wiedersehen“ hatten sie in Sprachen von Portugiesisch über Italienisch bis Russisch einstudiert, die auch auf dem Platz davor ihre Entsprechung fanden.