Bauaufsicht am Rolandsbogen

Einsturzstelle wird unter die Lupe genommen

Die Einsturzstelle am Zugang zum Rolandsbogen. Das Podest der Treppe liegt zehn Meter tiefer.

ROLANDSECK. Mittwochmorgen ist Behördentermin an der Einsturzstelle unterhalb des Rolandbogens. Das bestätigten Jörg Pierdzig von der Eigentümergemeinschaft Develop-Visio GmbH aus Bonn und die Kreisverwaltung Ahrweiler als zuständige Bauaufsicht auf Anfrage des General-Anzeigers.

Den Experten bietet sich dann 20 Meter unterhalb des Restaurants folgendes Bild: Auf dem gepflasterten Privatweg vom kleinen Parkplatz an der Bodenstation des Lastenaufzuges für das Restaurant versperren vier mannshohe Zäune den Zugang. Hinweisschilder warnen: "Achtung Lebensgefahr!" Grund: Unterhalb des Baudenkmals und des gleichnamigen Restaurants ist die Zuwegung unterbrochen. Genauer gesagt: Rund 20 Meter vor dem Plateau ist auf einer Länge von rund sechs Meter ein zwei Meter breites Treppenpodest nebst Geländer abgerutscht und zehn Meter tiefer auf einem Weg gelandet. Auch dieser ist gesperrt.

Dort liegt das Treppenpodest in zwei Großteilen nebst zugehörigem Geländer sowie tonnenweise Brocken, Bruchstein, Kies und Erdreich. Das Podest ist "wie abgeschnitten" herabgestürzt, hatte auf dem Weg vom Parkplatz zum Restaurant keinen Halt mehr. So sind auch an den Treppenstufen weder hang- noch talseitig irgendwelche Verankerungen wie Moniereisen oder Stahlträger zu erkennen.

Die talseitige Begrenzung des Podestunterbaus hatte eine Trockenmauer gebildet, die vor rund 900 Jahren ein Teil der Burgbefestigung war. Diese war abgerutscht und hatte so dem Podest den Halt genommen. Die Trockenmauer hatte Pierdzig bereits in den vergangenen Wochen im Visier. Denn sie hatte sich "bewegt". Mirco Alberti vom Landesamt für Geologie und Bergbau im Mainz bringt dieses unter anderem in Zusammenhang mit einem Wasserrohrbruch, der sich im Dezember auf dem Rolandsbogen ereignet hat. Kubikmeterweise sei Wasser ins Erdreich gelaufen und habe sich seinen Weg gesucht. Alberti: "Die Mauer als solche stand auf massivem Basalt." Der Druck des Wassers, der in der Verfüllung hinter der Wand zusätzlich die Mauer belastet habe, könne der Grund für das Nachgeben des alten Bauwerks sein.

Einen vergleichbaren Fall hat es vor Jahren an einer historischen Weinbergsmauer bei Altenahr gegeben. Dort hatten starke Regenfälle dazu geführt, dass eine über Hunderte von Jahren stabile Mauer einen "Bauch" bildete und dann auf den Winzerweg stürzte.

Laut Alberti ist das, was am Rolandsbogen geschehen ist, deshalb auch kein Hangrutsch, sondern ein Einsturz. "Denn der Untergrund ist stabil", so der Geologe. Er geht davon aus, dass auch für das Gebäude und den historischen Rolandsbogen "keine Gefahr besteht", weil beide ebenfalls auf Fels stünden.

Wie die weitere Vorgehensweise an der Einsturzstelle sein wird, soll beim heutigen Termin erörtert werden.