Sonderheft über den Rolandsbogen

Einer der wichtigsten Orte am Mittelrhein

Der Rolandsbogen als Literatur

Remagen-Oberwinter. Ein neues Heft zeigt Texte und Bilder des Rolandsbogens ab 1900. Der Rolandsbogen war im 19. Jahrhundert, der Zeit der Rheinromantik, einer der wichtigsten Orte der lyrischen Landschaft des Mittelrheins - gleichbedeutend mit der Loreley und dem Drachenfels. Das Heft "Literarischer Weinberg Rolandsbogen", das Professor Kurt Roessler auf Einladung des Rathausvereins Oberwinter vorgestellt hat, belegt, dass er auch in der Neuzeit ein solch poetischer Ort geblieben ist.

Das Sonderheft der vom Kunstverein "Kunstgeflecht" herausgegeben Literaturzeitschrift "Rhein!" versammelt Texte und Bilder zum Rolandsbogen ab 1900. Roessler erklärte, dass das Heft als Ergänzung zu seinem 2010 erschienenen Werk "Rolandsbogen - Lyrische Landschaft des Rheins - Geschichte und Gedichte der Burg Rolandseck seit 1122" zu verstehen ist.

Der 100 Seiten starke Band enthält ernste und heitere Lieder, Widmungsgedichte, Kunstlyrik und erzählerische Kurzprosa, die Roessler zu einem kurzweiligen und leicht lesbaren Büchlein zusammengefügt hat.

Nach einer Einführung des Direktors des Siebengebirgsmuseums, Elmar Scheuren, zum Thema "Mythen des Siebengebirges und ihre Entstehung" stellte der 73-jährige Leiter des Freiliggrath-Arbeitskreises und Sprecher des Rheinischen Freundeskreises Guillaume Apollinaire die wichtigsten Autoren vor, die mit ihren Werken und Beiträgen in das von ihm herausgegebene Heft aufgenommen wurden.

Natürlich rezitierte er auch eine handverlesene Auswahl der knapp 50 Gedichte und Prosatexte, die in dem Buch enthalten sind. Einige der Lieder intonierte Ingeborg Fröbel am Klavier. Und zum Abschluss stimmte Roessler gar das von Jörg Ritzel verfasste und 1914 von Paul Mania vertonte Gedicht "Im Rolandsbogen" gemeinsam mit den etwa 50 Besuchern an.

In der Pause kredenzte der Rathausverein drei verschiedene Weine, die der "Literarische Weinberg Rolandsbogen" hervorgebracht hat. Und im zweiten Teil kam ein halbes Dutzend jener Autoren zu Wort, die mit ihren Werken die Gegenwartslyrik zum Rolandsbogen prägen.

Neben dem Obmann des Kunstvereins "Kunstgeflecht", Rolf Stolz, der sein im Oktober vergangenen Jahres verfasstes Gedicht "Am Rolandsbogen" beisteuerte hat, waren dies Gabriele Frings, Jochen Arlt mit einem Zyklus von vier Gedichten und Armin Foxius, der mit vier Gedichten und einem Prosatext in dem Band vertreten ist.

Außerdem las Gerd Hergen Lübben aus seinem Gedicht "Rolandsystem - Logorhythmen", das 1984 erstmals veröffentlicht wurde und in einer Version von 2004 im Buch zu finden ist.

Das Buch mit der ISBN: 978-3-9809118-9-4 ist zum Preis von zehn Euro im Buchhandel erhältlich oder kann direkt bei Kurt Roessler per E-Mail an info@kurt-roessler.de angefordert werden.