Erpeler Brückenköpfe

Eine Lichtbrücke für den Frieden

ERPEL/REMAGEN. Erpeler Brückenköpfe wurden Schauplatz einer friedlichen und freundschaftlichen Begegnung führender Weltreligionen.

Kaum ein Bild ist metaphorisch so aufgeladen wie das der Brücke. An den Brückenköpfen von Erpel und an deren Pendant auf der anderen Rheinseite in Remagen sammelten sich Menschen aus der Region, um der "Lichtbrücke für den Frieden in Menschen und zwischen Menschen" beizuwohnen.

Susanne und Dirk Seeling von der Initiative "Lichtbrücke für Frieden" hatten nicht allein Bürger aus umliegenden Ortschaften eingeladen, sondern auch christliche, islamische, jüdische und buddhistische Repräsentanten sowie einen indischen Wissenschaftler und Yoga-Meister.

Bevor die Reden begannen, bei denen jeder den Frieden aus Sicht seiner Religion erläuterte, gab es ein kurzes Briefing, das Dirk Seeling als Gastgeber moderierte. Die anfänglichen Berührungsängste zwischen Pfarrer, Imam, Doktor buddhistischer Lehren, Rabbi und Yoga-Meister hielten nicht lange an: Nach zögerlichem "Hello", "Selam" und "Namaste" hatte sich das Rheinufer mit einer solchen spirituellen Energie aufgeladen, dass die zahlreichen Zuhörer automatisch verstummten und das Tête-à-tête der Geistlichen beobachteten.

"Ich bin absolut begeistert, wie viele Menschen dieses Thema angezogen hat", sagte Seeling mit Blick auf die knapp einhundert Anwesenden. Nach Karin Keelan von dem Bündnis "Remagen für Frieden und Demokratie" übernahmen die Gastredner, die aus Neuwied, Köln oder auch Indien kamen. Swami Isa, Wissenschaftler, Yoga-Meister und Gründer des "Global Energy Parliament" führte zunächst in das Vedische Wissen ein.

Rabbi Joseph Pasternak von der jüdischen Gemeinde Koblenz erläuterte den Frieden aus Sicht der Thora und der Pfarrer Michael Busch von der evangelischen Kirchengemeinde Unkel sowie sein katholischer Amtskollege Andreas Arendt sprachen zum Frieden im Neuen Testament der Bibel. Lama Geshe Ngawang Thapke stellte den Frieden Buddhas vor und den Frieden als Kernbotschaft des Koran erläuterte Theologe und Imam Syed Salman Shah der Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde Neuwied.

Ihm schloss sich die Kindergruppe der Gemeinde an, die auf so reizende Weise ihr Lied "Islam heißt Frieden" sang, wie es nur Kindern möglich ist. Auf die Frage, warum sie hier seien, antworteten Mufleh und Zafeer, beide neun Jahre alt: "Weil wir Weltfrieden möchten."

Ein kleiner Beitrag zur Völkerverständigung und interreligiösen Begegnung war getan. Mit einer überwältigenden Lichtbrücke von Erpel nach Remagen schloss das Friedensfestival ab - als Zeichen der Verbindung.