Remagen

Die Integrierte Gesamtschule ist offiziell in Betrieb

Eine Plakette für die neue Schule: Direktor Marcus Wald (l.) mit Landrat Jürgen Pföhler.

REMAGEN. "In dieser Schule wird jeder so gefördert, wie er es braucht. Jedes Kind ist anders, jedes hat seine eigene Persönlichkeit." Brigitte Fischer, Vertreterin der Schulaufsicht, brachte am Dienstag die Vorzüge der neu gegründeten Integrierten Gesamtschule Remagen (IGS) auf den Punkt.

Mit einem munteren Festakt in der Rheinhalle, in dessen Mittelpunkt die neuen Schüler standen, ging die 13. Schule in Kreisträgerschaft und die 55. IGS in Rheinland-Pfalz offiziell ans Bildungsnetz.

Mit der Neugründung der Integrierten Gesamtschule in Remagen beginne für den Kreis Ahrweiler eine neue Ära, unterstrich Landrat Jürgen Pföhler in Gegenwart zahlreich erschienener Festgäste, unter ihnen Staatssekretärin Beate Reich. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung sei "dieses zukunftsfähige, hochwertige und differenzierte Schulangebot" für die Region von besonderer Bedeutung. Die IGS stelle eine wertvolle Ergänzung zur Schullandschaft des Kreises dar. "Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Kreis eine weitere Ganztagsschule erhält", sagte Pföhler.

Für den Landkreis bedeutet die Neugründung eine weitere finanzielle Mehrbelastung - auch wenn die nach und nach auslaufende Realschule plus in der Trägerschaft der Stadt Remagen bleiben wird und die volle Größe der IGS erst in mehreren Jahren erreicht sein wird. Pföhler: "Mit der Übernahme der Mehrbelastungen signalisiert der Kreis Ahrweiler einmal mehr, dass ihm die Investition in Bildung immens wichtig ist. Das Investitionspaket von insgesamt 90 Millionen Euro an den Kreisschulen in den vergangenen 13 Jahren spricht für sich." Die Einrichtung dieser Schulform sei ihm "schon immer ein Herzensanliegen" gewesen, erklärte Christdemokrat Pföhler.

Schulleiter Marcus Wald sagte: "Es gibt hohe Erwartungen an diese neue Schule, die wir erfüllen wollen." Zuvor waren die Schüler der Jahrgangsstufe fünf, also die IGS-Starterklasse, in die Rheinhalle eingezogen. "Heute feiern wir ein Fest, dass Ihr nicht vergesst. Unsre Schule hat keine Segel, und sie fährt nicht auf dem Ozean, aber wie ein Schiff auf großer Reise wird sie manchen Sturm erleben in all den Jahr'n", sang der Chor von dem mit Kapitänsmütze ausstaffierten Schulleiter Wald am Klavier und der Bläsergruppe der sechsten Jahrgangsstufe begleitet.

"Die Segel sind gesetzt", schloss Remagens Beigeordneter Joachim Titz das maritime Bild. Als Stadt habe man sich engagiert daran beteiligt, am "Bau des Schiffes" mitzuwirken. Titz: "Den Kompass haben wir übergeben. Jetzt ist die Besatzung am Zuge."

Jahrelang war die immer wieder von den Grünen beantragte Einrichtung einer Gesamtschule in Remagen von der Ratsmehrheit abgelehnt worden. Sie favorisierte eine Fachoberschule. Die aber wurde vom Land nicht gewollt.