Infos und Workshops für Jungunternehmer

Der erste Existenzgründertag im Kreis Ahrweiler

Remagen. Jungunternehmern wurde beim ersten Existenzgründertag der Wirtschaftsförderung des Kreises Ahrweiler Mut gemacht. Der Kreis bot Weichenstellungen mit umfangreichen Informations- und Workshopangeboten.

Die Wirtschaftsförderung des Kreises Ahrweiler hatte zum ersten Existenzgründertag eingeladen. Jungunternehmern und solchen, die es werden wollen, wurde Mut gemacht.

Es gibt nur einen Weg Großartiges zu leisten, indem man nämlich das tut, was man liebt, heißt es. Doch oft gehört eine gehörige Portion Mut dazu. Beispielsweise bei Existenzgründungen. Seit Jahren geht die Unternehmens-Gründerquote in Deutschland regelmäßig um rund 3,5 Prozent zurück. Im Vergleich steht der Kreis Ahrweiler noch recht solide da: Im rheinland-pfälzischen Ranking belegt die Region an Rhein und Ahr immerhin noch einen beachtlichen Platz drei in der Gründungsstatistik. Das soll zumindest so bleiben. Deshalb lud die Wirtschaftsförderung des Kreises nun zum ersten Existenzgründertag ein. Jungunternehmern und solchen, die es werden wollen, soll Mut gemacht werden.

„Gerade in Zeiten der Fast-Vollbeschäftigung ist die Veranlassung, unternehmerische Risiken einzugehen, weniger groß“, so IHK-Geschäftsführer Bernd Greulich. Ein sicherer Arbeitsplatz mit Zukunftsperspektiven ist so manchem halt lieber als unternehmerischer Wagemut, der bekanntlich auch bestraft werden kann, weil er nicht immer nur von Erfolg gekrönt ist. Jedoch: Wer immer nach einer Möglichkeit sucht, alle Risiken auszuschalten, bringt sich um alle Möglichkeiten, so der Volksmund. Heißt: Wer jedes Risiko ausschalten will, der zerstört auch alle Chancen.

Erstmals hat der Kreis nun Weichenstellungen angeboten. Dies mit einem umfangreichen Informations- und Workshopangebot. Ziel: Mut machen, individuell beraten, gezielt informieren und Hilfestellung leisten.

Kreisbeigeordneter Horst Gies wies im RheinAhrCampus, in den der Kreis, die Hochschule, die Handwerkskammer und die Industrie- und Handelskammer geladen hatten, auf gelungene Beispiele von Existenzgründungen hin. Vertretbare Grundstückspreise, eine gute Infrastruktur, beste Anbindungen, moderate Hebesätze bei den Gewerbesteuern und nicht zuletzt auch schnelle und unbürokratische Hilfen machten die Region für junge künftige Unternehmer attraktiv. „Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht“, so der Vertreter des Landkreises. Die Veranstaltung solle dazu beitragen, den Weg von der Idee bis zum Erfolg leichter zu machen.

Unternehmen im Kreis zeigen, wie man erfolgreich eine Existenz gründet

In anschließenden Workshops wurde über Finanzierungshilfen, Steuern und Recht, Marketingmaßnahmen und Businesspläne sowie auch über gewerbliche Schutzrechte referiert.

Wie erfolgreich gegründet werden kann, machten zudem Daniel Tykesson von der mehrfach ausgezeichneten Remagener „e-bility GmbH“ und auch Maik Rönnefahrt von der Dernauer Schreinerei „Die Holzwürmer“ deutlich. „Ich wollte mein Potenzial in meine eigene Firma stecken“, berichtete der 41-jährige Rönnefahrt. Nach seiner Meisterprüfung ging er mit Zuversicht und Elan mit seiner eigenen Schreinerei am Fuße der Dernauer Weinberge ans Werk. Rönnefahrts Motto: „Dann machen wir das mal!“ Längst ist der Handwerksbetrieb fest etabliert und gilt in der Branche als beste Adresse.

Ebenfalls auf einer äußerst zukunftsträchtigen Erfolgsschiene rollt die e-bility GmbH. Das Remagener Unternehmen baut seit 2010 Elektromotorroller der Marke Kumpan electric. Inzwischen werden die Elektroroller auch in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Kanada und Frankreich vertrieben. Die Tykesson-Brüder erhielten als Start-Up-Unternehmer mehrere Auszeichnungen. „Es war nicht immer einfach“, so Daniel Tykesson. Rückblickend hätten sich Mut, Risiko und Aufwand jedoch gelohnt, meinte der Jungunternehmer in einem kleinen von Christian Weidenbach (Wirtschaftsförderung des Kreises) moderierten Podiumsgespräch.

Infostände und Beratungszonen sorgten auf dem Remagener Campus schließlich dafür, dass sich Interessierte sach- und fachkundig machen konnten. Und so mancher vielversprechende Erstkontakt konnte dann auch schon geknüpft werden. „Mit dieser Veranstaltung liefern wir einen weiteren Baustein zur Förderung des Gründungsgeschehens im Kreis Ahrweiler“, so Horst Gies.

Die Resonanz zeigte, dass dieser Baustein auch gerne für den eigenen Lebensweg von so manchem Unternehmensgründer miteingebaut wurde.