Brücke von Remagen

Bürgermeister Ingendahl will Friedensmuseum erhalten

Mahnmal für den Frieden: Die Remagener Brückenpfeiler.

Mahnmal für den Frieden: Die Remagener Brückenpfeiler.

REMAGEN. Der Verein Friedensmuseum Brücke von Remagen hat sich im zweiten Anlauf aufgelöst. Gleichzeitig gab es ein klares Signal des neuen Remagener Bürgermeisters Björn Ingendahl: Er will die Erinnungsstätte in den Brückenpfeilern erhalten.

Im zweiten Anlauf ist es nun vollbracht: Nach klarem Votum der Mitglieder wird der Verein Friedensmuseum Brücke von Remagen aufgelöst. Eine vorausgegangene Versammlung musste wegen eines Formfehlers wiederholt werden, da offenkundig einige Mitglieder nicht zur Auflösungsversammlung eingeladen worden waren. Die erneute Abstimmung bestätigte nun den Mitgliederwillen der für fehlerhaft erklärten Versammlung, die im April stattfand.

Nun soll die Stadt die Erinnerungsstätte in den Brückenköpfen der ehemaligen Brücke von Remagen lebendig erhalten. Remagens neuer Bürgermeister Björn Ingendahl sagte bei seiner Amtseinführung am Donnerstagabend zu, sich dafür einsetzen zu wollen. Zuvor hatten bereits die Fraktionen im Rat der Stadt einhellig erklärt, den Museumsbetrieb aufrecht erhalten zu wollen. Allerdings wollte man dem neuen Stadtchef nicht vorgreifen und zunächst dessen Amtseinführung abwarten, um dann gemeinsam die Zukunftsweichen für das vor 37 Jahren eröffnete Museum zu stellen.

Der Initiative des früheren Remagener Bürgermeisters Hans Peter Kürten war es zu verdanken, dass in dem Brückenkopf ein begehbares Mahnmal errichtet wurde, das an die letzten Kriegstage im Rheinland erinnern soll. Mit der Einnahme der Remagener Brücke durch die Amerikaner im März 1945 wurde der Zweite Weltkrieg entscheidend verkürzt, da die US-Truppen durch sie schneller in Richtung Osten und nach Berlin vorrücken konnten.

Kürten saß dem Verein seit seiner Gründung vor. Inzwischen ist er jedoch 89 Jahre alt und sieht sich nicht mehr in der Lage, dem von ihm gegründeten Förderverein weiter vorzusitzen. Nicht zuletzt heftige interne Querelen und Auseinandersetzungen führten dazu, den Verein aufzulösen und sein Erbe in die Hand der Stadt zu legen – was im Übrigen auch die Satzung des Vereins so vorsieht. Herbert Georgi, bis zum 9. August Bürgermeister der Stadt, sagte schnelle Hilfe zu. Ihm schwebte vor, den städtischen Gremien ein Konzept vorzulegen, das eine noch bessere touristische Vermarktung der Friedensstätte zum Inhalt haben soll. Er wolle seinem Amtsnachfolger jedoch keine vollendete Tatsache hinterlassen, sondern die Entscheidung über das Wie des Museums-Weiterbestandes in die Obhut Ingendahls legen.

Ob nun ein Ende der internen Streitigkeiten in Sicht ist, bleibt abzuwarten. Erneut wurden nämlich Zweifel laut, ob auch die zweite Versammlung formal korrekt abgelaufen ist: Wieder seien nicht alle Mitglieder eingeladen worden, monierte Kürtens gleichberechtigter Mitvorsitzender Frank Cornely. Zudem sei strittig, ob Herbert Georgi als Versammlungsleiter habe fungieren dürfen. Er sei nämlich kein „ordentliches Vereinsmitglied“. Als Bürgermeister gehörte er jedoch automatisch als kooptiertes Mitglied dem Vorstand des Vereins an.

Von Streit will Cornely indes nichts wissen: „Alles Quatsch. Das Museum läuft mit rund 20 000 Besuchern im Jahr gut.“ Einer Übernahme durch die Stadt steht er skeptisch gegenüber. „Was ist, wenn die Stadt kein Geld mehr dafür hat? Dann wird das Museum geschlossen.“ Und das will Cornely verhindern.