Schluss nach 16 Amtsjahren

Bürgermeister Herbert Georgi in Remagen verabschiedet

Für musikalische Stimmung beim Abschied von Bürgermeister Herbert Georgi, hier mit seiner Frau Andrea (vorne), sorgen die Remagener Stadtsoldaten.

Für musikalische Stimmung beim Abschied von Bürgermeister Herbert Georgi, hier mit seiner Frau Andrea (vorne), sorgen die Remagener Stadtsoldaten.

REMAGEN. Viele Remagener Vereine verabschieden sich im Foyer der Rheinhalle von Bürgermeister Herbert Georgi, der nach 16 Amtsjahren in den Ruhestand geht.

Ein gedrucktes Programm gab es nicht, doch tat die Getränkekarte das Motto der Veranstaltung kund: „Wir sagen Danke! 16 Jahre Bürgermeister Herbert Georgi!“ Rund 180 Gäste fanden sich ein, um bei einem bunten Abend im Foyer der Remagener Rheinhalle ihre Verbundenheit mit dem Stadtchef zu zeigen, darunter Vertreter von rund 40 der 160 Remagener Vereine, der Pfarreiengemeinschaft, der Feuerwehr, Pater Bartholomé van Oudheusden, Rektor der Apollinariskirche, die Ortsvorsteher und der Erste Beigeordnete Rolf Plewa.

Unter Applaus im Saal wurde Georgi in Begleitung von Ehefrau Andrea und Sohn Patrick von Pfarrer Frank Klupsch begrüßt. „Du hast nicht nur diese Stadt repräsentiert und geleitet, du warst auch bei vielen Vereinen und ihren Veranstaltungen präsent“, erklärte Klupsch seine Initiative zum „Dankeschönabend der Vereine“. Als launiger Moderator teilte er mit: „Thomas Gottschalk sollte hier stehen, aber er ist fortgezogen.“ Ein Glück nur, dass auch der Pfarrer – „groß, blond und mit schwarzen Schuhen“ – dem Anforderungsprofil entsprach.

Reihum hatte man in den sechs Remagener Ortsgemeinden um Beiträge für den im kleinen Kreis geplanten Abend gebeten. „Wo uns eine Tür zugeschlagen wurde, da gingen andere Türen ganz weit auf“, so beim Remagener Stadtsoldatencorps unter Kommandant Marcel Möcking, das mit klingendem Spiel einzog und mit dem Petersburger Marsch „Tschüss“ sagte. Ebenso bliesen die Spielleute des Tambourcorps Oberwinter und Unkelbach dem Bürgermeister mit Verve den Marsch.

Die Schwestern Annalena und Antonia Dinkelbach, Tanz-Duo des Kinder- und Jugendkarnevals der KG, stellten hingegen in schwarzen Tops und fliegenden roten Röckchen ihr Tanztalent unter Beweis. Patricia Bock und Nina Wiest, das strahlende Solotanzpaar der Unkelbacher Rot-Weißen Funken, legte sehr ambitioniert seinen akrobatisch angehauchten Tanz hin. Hinter der Theke machten sich die Remagener Schützen nützlich, während die Twirling Sticks und die Magic Dancers der KG Narrenzunft gemeinsam den Service übernahmen. Dass neben dem gesponserten Büfett ein Sektkübel für Spenden zugunsten der Bürgerstiftung bereitstand, geschah gewiss in Georgis Sinne, denn die Stiftung war auf seine Anregung gegründet worden.

Nicht Reden sollten geboten werden, sondern Unterhaltung, weshalb Klupsch nur Ingo Wolf, Stadtwehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr, das Wort erteilte, auf dass er sich bei seinem Chef Herbert Georgi bedanke. „Viele Projekte wurden in Deiner Zeit umgesetzt“, betonte Wolf, nannte den erneuerten Fuhrpark, eine verbesserte Ausrüstung und das Thema Sicherheit. Georgi habe zudem immer ein offenes Ohr gehabt und auch Rat gespendet. Er nahm 16 Jahre lang an den Kameradschaftstagen teil, an tollen Wanderungen, und gerne habe er „seine Männer begrillt“. Im Foyer ließen die Musiker des Panikorchesters zum Abschluss „Echte Fründe“, lautstark mit Trommeln und Trompeten erschallen, stets angetrieben durch ihren enorm aufgedrehten Dirigenten Tommy Pieper.

„Ausnahmsweise“ räumte Moderator Klupsch dem Geehrten „das letzte Wort“ ein. „Ich bin überwältigt“, sagte Georgi. Er wusste, „dass da was passiert, aber nicht, dass ich so viele nette Leute hier sehe“. Offensichtlich gerührt, erklärte er: „Ich habe den Bürgern und Bürgerinnen viel zu verdanken. Es war nicht immer so einfach. Zur Halbzeit haben mich auch die Vereine getragen, da konnte ich während der Veranstaltungen am Wochenende etwas entspannen. Es war mir nicht nur Pflicht, sondern auch Freude, etwas für die Vereine zu tun.“

Bevor sich die Vereinsvertreter und weitere Gäste persönlich vom scheidenden Bürgermeister verabschiedeten, wurde es an diesem stimmungsvollen Abend beinah feierlich. Die Menschen erhoben sich und sangen Georgi und seiner Frau Andrea stehend „Niemals geht man so ganz“.