Skulpturenufer in Remagen

Aron Demetz' Werk zeigt die Verbundenheit von Mensch und Baum

Museumsdirektor Oliver Kornhoff, Wirtschaftsförderer Marc Bors, Künstler Aron Demetz und Kuratorin Jutta Mattern (v.l.) stellen die Skulptur "Heimat" vor.

REMAGEN. Die Nummer 13 durchbricht das Prinzip des Skulpturenufers Remagen. Eigentlich sollen danach die Kunstwerke als solche nämlich erst auf den zweiten Blick wahrzunehmen sein.

Das gilt zweifellos für Eberhard Bosslets Turm "Regenfänger" in Oberwinter, den Arp-Heliport unter dem Arp Museum, auf dem echte Hubschrauber landen, von Res Ingold, Michael Volkmers Schriftzug "Lapsus" im Pflaster des Leinpfads oder Joachim Manz? ausklappbare Pritschen "Rheinschlafen".

"Heimat" allerdings - so heißt das neue Werk des Skulpturenufers - reklamiert für sich ganz offensichtlich, als Kunst wahrgenommen zu werden. Nicht verwunderlich bei einer riesigen schwebenden Baumwurzel, über der sich glänzend bräunlich eine weibliche Figur erhebt. Als Wurzelpendant wachsen ihr Zweige aus den Händen.

Damit zeigt der 1972 geborene und in Südtirol lebende Künstler Aron Demetz die Verwandtschaft zwischen Menschen und Bäumen auf. Beide bedürfen der Verankerung. Die Pflanzen gewinnen so Halt und Nährstoffe; die Menschen ziehen Kraft und Zuversicht aus der Zugehörigkeit zu einer Region, Gemeinschaft oder Kultur.

"Die Skulptur hat hier bei uns ihren perfekten Standort bezogen, ihre neue Heimat gefunden", freut sich Oliver Kornhoff, Direktor des Arp Museums. Zusammen mit der Stadt Remagen entwickelt das Museum seit 2001 das Skulpturenufer.

Remagens Wirtschaftsförderer Marc Bors dankte dem Museum für die Organisation und lobte die neuen Radelmöglichkeiten als "gute Verbindung zwischen Remagen und Museum". Um die Werke auf 14 Kilometern entlang eines der schönsten Flussabschnitte entspannt "erfahren" zu können, bietet das Museum geführte Fahrradtouren an. Gruppen bis 20 Personen kommen mit eigenen Rädern oder mieten die neuen orangefarbenen Arp-Citybikes.

Kuratorin Jutta Mattern, die Demetz? neue Skulpturen-Ausstellung "I am" im Bahnhof Rolandseck mitkonzipiert hat, wies bei der Vorstellung von "Heimat" auf die "würdevolle und aufrechte Haltung der Figur" hin. Nicht nur die Figur, die einem Holzmodell des Künstlers entspringt, ist aus Bronze. Auch die dunkel patinierte und daher echt wirkende Wurzel eines in Tirol umgestürzten Baumes wurde gegossen: "Es war eine komplizierte Arbeit", berichtet ihr Schöpfer. "Alles musste in kleinen Teilen abgeformt und abgegossen werden."

Bei Rheinkilometer 635 kann die Skulptur nun heimisch werden und an der Stützmauer der Bahntrasse Rheingänger und Radler über ihren Ursprung und ihre Bedeutung sinnieren lassen.