Eröffnung der Apollinaris-Wallfahrt

Andachten und Messen in Remagen

Feierlicher Auftakt der Apollinaris-Wallfahrt mit dem Heiligen Haupt hoch über Remagen. GAUSMANN

Feierlicher Auftakt der Apollinaris-Wallfahrt mit dem Heiligen Haupt hoch über Remagen. GAUSMANN

REMAGEN. Mit der Hebung des Reliquienhauptes hat das Pilgern zum Heiligen Apollinaris begonnen. Noch bis 6. August stehen Andachten, Messen und Empfänge im Garten auf dem Programm.

Mit starker Beteiligung der Remagener Schützen und einer Vielzahl von Gläubigen hat am Wochenende die Apollinaris-Wallfahrt mit einem Festgottesdienst unter der Leitung von Pfarrer Frank Klupsch über den Dächern Remagens begonnen. Musikalisch unterstützt durch die Steinbachtal-Bläser und den Apollinarischor wurde das diesjährige Motto vorgestellt und ausgelegt: „Was er Euch sagt, das tut!“, ein Ausspruch Marias aus dem Johannes-Evangelium.

Nur ein paar Schönwetterwolken waren am blauen Himmel zu sehen. Vorausschauend hatten die Brüder und Schwestern der „Gemeinschaft von der gekreuzigten und auferstandenen Liebe“ und ihre zahllosen Helfer auch einige Reihen Stühle vor der Kirche aufgebaut. Schnell wurde klar, dass der Platz in der Kirche nicht mehr reichen würde. Pater Bartholomé van Oudheusden wünschte sich dem Motto entsprechend „zwei Wochen der Hochzeit zu Kana“. Unter den Klängen des 2. Marschs von „Pomp and Circumstance“ stiegen die Geistlichen in die Krypta, aus der Pfarrer Klupsch mit der silbernen Büste des Kirchenpatrons zurückkehrte.

Auf einer Sänfte, getragen von zwei Diakonen, ging es im großen Zug in den Klostergarten. „Man wird fast wehmütig, wenn man von hier oben auf Remagen hinabschaut“, so Klupsch in seiner kurzen Ansprache. Im Stil eines kleinen „Urbi et orbi“ segnete er anschließend Remagen und die Umgebung mit dem Haupt. Der Tross setzte sich erneut in Bewegung zurück zur Kirche, in der das Haupt seinen angestammten Platz im Altarraum erhielt.

In seiner Predigt legte Klupsch passend zum diesjährigen Motto das Evangelium von der Hochzeit zu Kana aus dem Johannes-Evangelium als Bild für das Leben aus. Nach dem Motto des Neuen Geistlichen Liedes „Unser Leben sei ein Fest“ würden besonders junge Menschen sich wünschen, dass das Leben immer nur Lustgewinn und Freude transportieren möge. „Doch dann kommt die Zeit des Wassertragens.“ Pläne gehen nicht in Erfüllung oder andere Rückschläge werfen einen aus der Bahn. Glücklich, wer Menschen wie Maria hat, die trotz der Zurückweisung ihres Sohnes den Missstand angesprochen hat, und, wer vertrauen kann wie die Diener, die Wasser in riesige Krüge füllen, ohne zu wissen, was damit passieren wird. „Es folgt die Zeit des neuen Weines.“ Durch die dunklen Zeiten gegangen, schmeckt dieser Wein ganz neu. Schließlich verheißt einem der Glaube die Zeit eines gänzlich neuen Weines nach dem Tod, der durch die Auferstehung Jesu verwandelt wurde. Unter dieser Perspektive könne dann wieder davon gesprochen werden, dass das ganze Leben ein Fest ist.

Im Anschluss an die Messe bestand die erste Möglichkeit für die Gläubigen, sich persönlich das Haupt aufsetzen zu lassen und damit den Segen auf Fürsprache des Heiligen zu empfangen.

Die Wallfahrt dauert bis zum 6. August. Es gibt täglich um 10.30 und 18 Uhr eine Messe, um 15 Uhr eine Pilgerandacht, an den Sonntagen zusätzlich um 8 Uhr eine Messe. Nach jedem Gottesdienst lädt die Gemeinschaft zum Empfang im Garten ein. Ihren Abschluss werden die Wochen am 6. August, 18 Uhr, mit einem Pontifikalamt mit dem Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp finden.