Kunst- und Kulturverein in Erpel

"Ad Erpelle" an Überresten der Brücke von Remagen interessiert

Die Überreste der Brücke von Remagen.

Die Überreste der Brücke von Remagen.

REMAGEN/ERPEL. Der Kunst- und Kulturverein in Erpel "Ad Erpelle" denkt über eine Stiftung für alle verbliebenen Bauteile der Ludendorff-Brücke nach. Dies könnte auch im Sinne der gegenüberliegenden Stadt Remagen sein.

Im rechtsrheinischen Erpel, zwischen Unkel und Linz gelegen, befinden sich die Köpfe der einstigen Brücke von Remagen. Während die Brückenköpfe in der Römerstadt seit den 80er Jahren als Friedensmuseum genutzt werden, stehen die baulichen Überreste auf der anderen Rheinseite zum Verkauf. Interessiert an der Übernahme des Mahnmals ist der Verein "Ad Erpelle".

Der Verein, bekannt für Theatervorführungen im Eisenbahntunnel unter der Erpeler Ley, hat 2012 bereits den historisch bedeutsamen Tunnel für den symbolischen Preis von einem Euro von der Bahn AG gekauft. Und auch diesmal „müssen wir als Verein Verantwortung übernehmen“, ist man in Erpel überzeugt.

Die Sanierungskosten schätzt der frühere Erpeler Bürgermeister Edgar Neustein auf unter 1,2 Millionen Euro. Bereits vor vier Jahren hatte das Innenministerium einen Landeszuschuss in Aussicht gestellt „weil die Reste der Ludendorff-Brücke ein wichtiges Zeugnis von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs ablegen.“

Gesamtdeutsche Bedeutung der Brückentürme

„Das heute noch bestehende Ensemble der Brückentürme beidseitig des Rheins und des Eisenbahntunnels in Erpel hat aufgrund der besonderen militärischen Ereignisse um den 7. März 1945 eine gesamtdeutsche, wenn nicht gar europäische Bedeutung. Denn die Überquerung des Rheins durch die amerikanischen Truppen an diesem Tag verkürzte den Zweiten Weltkrieg um Wochen. Die Einweihung der Brücke vor 100 Jahren sollte Anlass sein, diesem historischen Denkmal endlich die Bedeutung als Friedens-Mal zuzugestehen“, so Edgar Neustein.

Es sei daher unumgänglich, die drei Bauwerke Brückentürme in Erpel, Brückentürme in Remagen und Eisenbahntunnel als Einheit zu sehen. Eine wahrhaft Ufer überbrückende Kultur-Kooperation könnte anstehen. Der Nachfolger des jüngst aufgelösten Remagener Vereins "Friedensmuseum Brücke von Remagen" und der Erpeler Kunst- und Kulturkreis Ad Erpelle sowie der mögliche Käufer der Erpeler Türme „müssen sich zusammenschließen, ein Konzept erarbeiten und das Gesamtensemble über eine kulturelle Nutzung der Öffentlichkeit zugänglich machen“.

Gemeinsamer Träger könnte eine zu gründende Stiftung sein. Damit würde verhindert, dass die Erpeler Brückentürme in beliebige private Hände gelangten. Nach Auflösung des Remagener Vereins fällt das Vereinsvermögen der Stadt Remagen zu. Dort will man das Friedensmuseum bekanntlich in Zukunft touristisch besser vermarktet sehen. Gedacht ist an eine eigene städtische Trägerschaft.