Waldbauverein Ahrweiler

Zwischen Forst und Wild

DÜMPELFELD. Die Privatwaldbesitzer des Kreises kamen in Dümpelfeld zu ihrer jährlichen Hauptversammlung zusammen. Informationen über die neusten Regelungen zur Holzaufbereitung und -sortierung und teils hitzige Debatten standen auf der Tagesordnung.

Vereinzelte Sonnenstrahlen am bedeckten Himmel ließen die herbstlichen Rottöne der Wipfel des Ahrgebirges aufleuchten. "Der Wald wird nicht mehr nur als Problemfall wahrgenommen", so Albrecht von Boeselager, Vorsitzender des Waldbauvereins, in dem sich 1800 Privatwaldbesitzer zusammengeschlossen haben, die insgesamt 8000 Hektar Wald im Kreis Ahrweiler bewirtschaften.

Besonders die Holzpreisentwicklung und die ruhige Wetterlage habe die Waldwirtschaft gefördert. Probleme gibt's aber dennoch. Die Politik würde immer häufiger Zuschüsse kürzen. Besonders der Wegebau leide darunter, denn der könne von den Eigentümern allein nicht geschultert werden.

Auch die überhöhten Rotwildbestände im Kreis sind den Forstwirten ein Dorn im Auge: "Die Schäden sind enorm. In vielen Gegenden müsste der Rotwildbestand mehr als halbiert werden", so von Boeselager. Er hoffe auf eine Einigung mit den Jägern. Dennoch forderte er ein striktes Fütterungsverbot. Wolfgang Schuh, Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Rheinland-Pfalz pflichtete ihm zu: "Waldbau hat Vorrang vor der Jagd."

Auch die Politik war in Dümpelfeld präsent. Landtagsabgeordneter Horst Gies (CDU) unterstrich die hohe Bedeutung des Waldes im Kreis, da "mehr als 50 Prozent des Kreisgebietes von Bäumen bedeckt ist". Landtagsabgeordneter Marcel Hürter (SPD) stellte den geplanten Nationalpark Rheinland-Pfalz zur Förderung des sanften Tourismus vor.

Der Kritik der Forstwirte, daraus würden ihnen wirtschaftliche Schäden erwachsen, begegnete er mit dem Hinweis, dass nur Staatswald betroffen sei. Oberforstrat Winand Schmitz vom Forstamt Adenau stellte die Organisation des Waldbesitzes im Kreis vor. Forstamtmann Frank Hüller führte in die Wissenschaft der unterschiedlichen Holzklassen ein.

Die Erkenntnis daraus: Holz ist nicht gleich Holz. Preissprünge von bis zu 30 Euro pro Kubikmeter zwischen den unterschiedlichen Güteklassen seien normal. Zur Frage der Rotwildüberpopulation konterte Kreisjagdmeister Joachim Polch: "Von einer flächendeckenden Überpopulation zu reden, halte ich für falsch."

Nur in einigen Teilen des Kreises wäre die Population übermäßig. Und zur Forderung eines Fütterverbots betonte Polch: "Bevor das Wild stirbt, will ich es als Jäger füttern." Die Forstwirte erhoben Widerspruch: Eine Waldverjüngung sei ob des hohen Rotwildbestandes nicht möglich, wenn die jungen Triebe abgefressen würden. Das bedeute das Ende des Waldes.