Rotweinwanderweg

Zur Sicherheit von Wanderern Rettungspunkte markiert

Bei der Vorstellung eines Rettungspunktes: Lothar Backes (von links:), Jennifer Sebastian, Frank-Peter Kaesler und Detlev Koch.

MARIENTHAL. Tausende von Wanderern oder Spaziergänger zieht es regelmäßig in die schöne Landschaft auf beiden Seiten der Ahr. Vor allem Rotweinwanderweg und Ahrsteig sind begehrte Ziele. Aber was ist, wenn einmal was passiert?

Ein Sturz, eine Kreislaufschwäche oder gar ein Herzinfarkt? Was tun, wenn schnelle Hilfe gefragt ist? Der Griff zum Mobiltelefon ist der erste Weg. Aber wie sage ich dem Rettungsdienst, wo ich mich aktuell befinde, wenn ich mich doch gar nicht auskenne? Ein Szenario, das Frank-Peter Kaesler schon einmal erlebt hat. Bis schließlich der Rettungswagen seinen Patienten in den Weinbergen erreicht hatte, verging wertvolle Zeit.

Diesem Zeitverlust will Kaesler nun entgegenwirken. Gemeinsam mit Lothar Backes hat er ein Rettungssystem entwickelt, das derzeit am Rotweinwanderweg zwischen Dernau und Lohrsdorf installiert wird. Kaesler und Backes sind beide passionierte Wanderer und tätig beim Deutschen Roten Kreuz im Ahrkreis. Dass sie seit Herbst 2013 den Streckenabschnitt des Rotweinwanderwegs der Kreisstadt auf und ab wandern und fahren, ist keinesfalls mehr eine sportliche Freizeitbeschäftigung. Ziel der bisher Dutzenden Exkursionen ist die Optimierung der Sicherheit für Wanderer.

Die Grundidee war geboren, bei der Umsetzung orientierten sich beide an einem bestehenden Verfahren: "Für die Waldarbeiter gibt es in Rheinland-Pfalz seit vielen Jahren das Rettungssystem Forst: Die Waldareale sind aufgeteilt, jedem Areal ist ein Rettungspunkt, erkennbar an einer grünen Tafel mit einer spezifischen Nummer, zugewiesen", erklärt Lothar Backes.

Um das Rad nicht neu erfinden zu müssen, entwickelten die beiden Rettungskräfte ein vergleichbares System, das den besonderen Anforderungen des Rettungsdienstes gerecht wird. Guido Ebach von der Forstbehörde ließ seinen Sachverstand in die Planungen einfließen. Weitere Unterstützung holten sich Kaesler und Backes von den erfahrenen Freizeitwanderern Gerd Zimmermann und Hajo Münch.

Wie weit die Wanderwege mit Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug zu befahren sind, wurde durch Kaesler und Backes mit einem Rettungswagen selbst erkundet. Es wurden dann 16 entsprechende sogenannte "Rettungspunkte" sowie Anfahrtswege für die Rettungsfahrzeuge festgelegt. Mit Hilfe entsprechender GPS-Geräte, wie sie oft von Wanderern benutzt werden, wurden die erforderlichen Daten ermittelt.

Auch das Kompaktrettungsfahrzeug, das der DRK-Kreisverband Ahrweiler für Großveranstaltungen am Nürburgring vorhält, wurde berücksichtigt. Denn da, wo Standardrettungsfahrzeuge aufgrund ihrer Abmessungen ihre Grenzen erreichen, ist für das nur 1,54-Meter breite geländegängige Spezialfahrzeug noch lange nicht das Ende der Fahrstrecke.

Einheitliche und deutlich erkennbare Schilder wurden entwickelt und werden derzeit angebracht. "Gelegenheitswandererkönnen durch QR-Codes auf den Schildern, die mittlerweile weit verbreiteten schwarz-weißen Quadrate, die GPS-Daten und Informationen zum genauen Standort der Rettungspunkte im Notfall auch mit Smartphones abfragen", erklärt Kaesler.

Um die Kosten so gering wie möglich zu halten, wurden entsprechende vorhandene Befestigungsmöglichkeiten gesucht, an denen die Rettungspunktemarkierungen angebracht werden können. "Zwischen den Rettungspunkten wird es, ähnlich wie in Tunneln, kleinere Hinweisschilder geben, die zum nächsten Rettungspunkt leiten", erklärt Lothar Backes. Rund 35 Schilder sind es, die auf die ersten installierten 16 Rettungspunkte hinweisen.

Unterstützung bei der Umsetzung erfuhren Backes und Kaesler durch die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Bürgermeister Guido Orthen und die zuständige Mitarbeiterin Jennifer Sebastian erkannten die Notwendigkeit. Der Beschilderung im Stadtgebiet sollen schon bald die Abschnitte Sinzig und Altenahr folgen. Im weiteren Verlauf soll der Prädikatswanderweg Ahrsteig folgen. Die Kosten übernehmen auch hier die Kommunen.