Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr

Weinlese an der Ahr beginnt mit Solaris

Der frühere Vorstandsvorsitzende der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr, Rudolf Mies, ging am ersten Lesetag des 2018er-Jahrgangs mit in den Wingert, um die frühe Sorte Solaris zu ernten.

Der frühere Vorstandsvorsitzende der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr, Rudolf Mies, ging am ersten Lesetag des 2018er-Jahrgangs mit in den Wingert, um die frühe Sorte Solaris zu ernten.

MAYSCHOSS. Frühe Blüte, schnelles Wachstum, schönes Wetter: So früh wie noch nie in ihrer 150-jährigen Geschichte hat die Mayschosser Winzergenossenschaft Trauben für den Federweißen geerntet.

Am Mayschosser Mönchberg hat am Montag die Weinlese begonnen. Unterhalb der Michaeliskapelle, im Wingert von Winzer Herbert Fuhrmann, ernteten 15 Helfer etwa 3000 Kilo der weißen Rebsorte Solaris mit 70 bis 75 Grad Öchsle. Das ergibt etwa 2400 Liter Most, berichtet Rudolf Mies, der frühere Vorsitzende der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr, der mit von der Partie war. „Das wird ein leckerer Federweißer“, stellte er nach einer Kostprobe der süßen, aromatischen, kleinen Beeren fest.

Solaris ist eine Kreuzung aus verschieden früh reifenden Rebsorten. In Mayschoß wird sie seit zehn Jahren angebaut und bei der Winzergenossenschaft nur für die Produktion des Federweißen verwendet. Der muss schon beim Walporzheimer Weinfest ins Glas, das am Fuße der Bunten Kuh von Freitag, 24., bis Montag, 27. August, gefeiert wird. Aber schon vom kommenden Wochenende an gibt es die Spezialität in den Vinotheken der Genossenschaft. Insgesamt ziehen Mitglieder Solaris auf zwei Hektar Fläche. Mit der Lese am Montag ist erst ein Drittel unter Dach und Fach.

Wegen des Regens verschob sich der Einsatz um drei Stunden

Eigentlich wollten die Helfer um 8 Uhr am Morgen aufbrechen, wegen des Regens wurde aber nichts aus dem Plan. Der Einsatz verzögerte sich von Stunde zu Stunde, bis er schließlich um 11 Uhr beginnen konnte. Da hatte der Wind Trauben und Laub ausreichend getrocknet, letzte weiße Wolken schoben sich weiter bergan. Bei Regen kann nicht gelesen werden, weil das Wasser den Most verdünnen würde. Um 15 Uhr am Nachmittag öffnete die Traubenannahme in Mayschoß.

Das Lesegut wurde direkt gepresst, passende Gär-Hefen wurden zugesetzt, und schon gärend kam der Most in die Flaschen. Die bleiben im Kühlraum und werden erst bei Bedarf ausgeliefert. Fünf bis sechs Wochen könnte der Federweiße mit seinem hohen Zuckergehalt und dem geringen Alkoholanteil von vier bis sechs Volumenprozent gekühlt aufbewahrt bleiben. „Aber bis dahin ist er ausgetrunken“, weiß Mies.

In einer Woche wollen die Genossen weiteren Solaris lesen, wieder eine Woche später wird die Ernte beim Frühburgunder beginnen, es folgen Regent, Müller-Thurgau, Portugieser und weitere Sorten. Glücklicherweise haben die Wespen bislang keinen nennenswerten Schaden angerichtet, wie Mies berichtet. Auch die Kirschessigfliege mache derzeit keine Probleme, da die Winzer die Traubenzone freigestellt und den Bewuchs unter den Reihen kurz gehalten hätten. Bei Hitze und Trockenheit vermehren sich die Schädlinge kaum. So stehen die Chancen für einen guten Weinjahrgang 2018 weiterhin gut.