Viele Widrigkeiten

Warten auf den Radweg

ALTENAHR. Im Ahrtal wartet nicht nur der Ahrtal-Tourismus auf die Vollendung des Radweges zwischen Sinzig und Altenahr. Bekanntlich klafft zwischen Laach und Altenahr noch eine Lücke, die der Landesbetrieb Mobilität schließen will. Im Sommer sollte das 3,7 Millionen-Euro-Bauwerk eigentlich fertiggestellt sein.

Fest steht: Daraus wird nichts. Der Landesbetrieb hat nun zur Anfrage des General-Anzeigers, wann denn der Radweg zwischen Laach und Altenahr fertig gestellt ist, ausführlich Stellung genommen: Konkrete Aussagen könne man zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht machen. Allerdings zeigt der Landesbetrieb deutlich auf, wie kompliziert es angesichts der vorhandenen Topografie ist, den Radweg zu bauen.

Der Bau der Trasse erstreckt sich vom Parkplatz der Bundesstraße 267 am Ortsausgang Laach bis zum Bahnhof in Altenahr. Länge: 1,7 Kilometer. Auf diesem Abschnitt quert der Weg zunächst über eine neu herzustellende Brücke die Ahr. Bei diesem Bauwerk handelt es sich um eine Stahlbrücke mit 47 Metern Spannweite, erläutert Ingenieur Dirk Hieronimus vom Landesbetrieb.

"Eine Besonderheit dabei ist es, dass der nur 75 Zentimeter hohe Hohlkasten des Überbaus der Brücke die Ahr ohne Zwischenstütze überspannt und so für eine barrierefreie Durchgängigkeit des Gewässers sorgt", so der Fachmann. Der Überbau werde in der Mitte durch ein Seilpaar gehalten, das wiederum an einem Pylon, der auf der westlichen Ahruferseite stehen wird, befestigt ist.

Die Brücke befinde sich zurzeit im Bau in einem Duisburger Stahlwerk. Zu 70 Prozent, so Hieronimus, seien die Stahlarbeiten abgeschlossen. Sobald dann ein mehrlagiger Rostschutz aufgetragen sei, werde die Brücke mit einem Spezialtransporter an die Ahr gebracht. Dieser Termin sowie der genaue Streckenverlauf für den Schwertransport müsse noch mit den Ordnungsbehörden abgestimmt werden.

Der Pylon werde aufgrund seiner Abmessungen erst einmal aus zwei Einzelbauteilen vor Ort in horizontaler Lage zusammengebaut. Erst dann könnte das Gesamtbauwerk an Ort und Stelle mit einem Kran zu einer Brücke montiert werden. Danach würden "weitere Tiefbau-Angleichungsarbeiten des Radweges" folgen.

Im Anschluss soll der Radweg an die Brücke herangebaut und der Fahrbahnbelag versiegelt werden. "Der genaue Zeitpunkt der Brückenmontage ist wegen all dieser Abläufe noch nicht konkret greifbar", sagte Hieronimus. Hinter dem Ahrbogen verläuft der Radweg nach einer scharfen Linkskurve entlang einer bereits reparierten Arkadenwand und über eine Bogenbrücke gegenüber von Reimerzhoven in den Hangwald. Der Hang hat dort eine steile Neigung, so dass die Trasse auf einer Aufständerung aus Stahl verlaufen muss. Der Ingenieur: "Diese Aufständerung ist wiederum auf Fundamenten gegründet, die im steilen Hang nur mit Kleinbohrpfählen die notwendige Standsicherheit erreichen." Die Stahlbauteile für die Aufständerung würden gerade montiert.

Ein weiteres Problem folge an einem 90 Meter langen, seit Jahrzehnten ungenutzten Viadukt, das aus sanierungsbedürftigen Stützfeldern bestehe. Hinter dem Viadukt erreicht der Radweg den 75 Meter langen Engelsley-Tunnel unterhalb der Burg Are. Die Tunnelröhre wurde bereits in Ordnung gebracht, die Tunnelportale wurden teilweise erneuert. Hieronimus: "Das westliche Tunnelportal wurde originalgetreu nach alten Fotos wieder aufgebaut."

Nach dem Tunnel verläuft der Radweg über eine neu hergestellten Brücke, die über eine Stützweite von zehn Metern verfügt und die Bundesstraße überführt. Es folgt eine alte, ebenfalls bereits sanierte Bogenbrücke, die den Fluss und den Parkplatz in Altenahr quert. 350 Meter weiter ist dann der Bahnhof erreicht.

Das ist noch zu tun

  • Fertigung, Beschichtung und Antransport der neuen Ahrbrücke von Duisburg sowie Montage vor Ort.
  • Antransport und Montage der Stahl-Aufständerung im Hangwald bei Reimerzhoven.
  • Herstellung des Oberbaus und des Fahrbahnbelages auf gesamter Länge des Radweges.
  • Herstellung der Geländer und Absturzsicherungen auf der gesamten Länge des Radweges.