Mittelahr

Touristischer Flyer für die acht Camping-Plätze vorgestellt

Präsentieren den neuen Camping-Flyer: Annette Fuhrmann (von links), Arthur Schulz, Christoph Zerwas.

ALTENAHR. Zwar feierte der Kölner Komponist und Sänger Karl Berbuer in den 1950-er Jahren mit "Heidewitzka, Herr Kapitän" seinen wohl größten Erfolg, doch mit dem "Camping Leed" und der Zeile "Da laachste dich kapott, dat nennt me Camping" hat er sich in die Herzen vieler Fans von Zelt, Caravan und Co. gesungen.

Auch wenn das Dauercampen wegen sichtbarer Überalterung auf den Plätzen als "spießig und uncool" galt und an Reiz verlor, erkannten die Touristiker der Verbandsgemeinde Altenahr im Verbund mit den acht Plätzen zwischen Ahrbrück und Dernau das Potenzial. Der Weg hieß "Touristikcamping". Und weil da ganz viel Potenzial drin steckt, wurde in den vergangenen 18 Monaten von der Tourismusförderung zusammen mit den Campingplatz-Betreibern der Infoflyer "Camping an der Mittelahr, Natur entdecken - Freiheit genießen" entwickelt.

Den stellten jetzt VG-Bürgermeister Achim Haag, Tourismusförderin Ulla Dismon, die Mitarbeiterin der Tourist-Information, Eva Flügge, und Philippe Mathar vom Grafikbüro "Der Belgier" auf dem idyllischen Platz von Arthur Schulz vor. Schulz, seit 17 Jahren in diesem Metier zu Hause, hat mit 200 Plätzen den größten Campingplatz an der Ahr. Ihm zur Seite standen bei der Präsentation Annette Fuhrmann aus Dernau, die mit 30 Plätzen den kleinsten Platz führt sowie Christoph Zerwas, der seine Mutter Viktoria Linden vertrat, die in Kreuzberg die Viktoria-Station betreibt.

"Der Campingtourismus spielt in unserer Verbandsgemeinde eine bedeutende Rolle. Wir freuen uns, den Betreibern eine Plattform bieten zu können, die genutzt wird zum Austausch und zur Entwicklung neuer Ideen und somit zur Stärkung des Campingtourismus in unserer Region", so Haag zum weiteren Baustein im touristischen Zusammenspiel.

Der Flyer wurde in einer Auflage von 10 000 Stück gedruckt und ist ab sofort in den Tourist-Informationen des Ahrtals erhältlich und online abrufbar. Außerdem wird der Flyer bei Präsentationen und Messen wie der Tour Natur eingesetzt.

Eine Untersuchung der Freizeit- und Tourismusberatungs GmbH (ift) im Auftrag des Wirtschaftsministeriums Rheinland-Pfalz aus 2012 bestätigt den Trend. Dabei wurde unter anderem festgestellt, dass der Anteil an Touristikcamping im Ahrtal im Landesvergleich besonders hoch ist und über dem Durchschnitt liegt.

Bei den Ausländerübernachtungen fällt ein großer Anteil auf die Niederlande und Belgien. Laut statistischem Landesamt wurden 2012 in der Region Ahr rund 170 000 Campingübernachtungen dokumentiert, die Verweildauer betrug im Schnitt drei Tage. 13,9 Millionen Euro Umsatz wurde von Campern an der Ahr gemacht.

Campen kennt übrigens kein Alter, keine Schicht und kein Einkommen: Es gibt Eltern, die mit ihren drei Kindern im Zelt schlafen, es gibt aber auch Nobel-Wohnmobile im siebenstelligen Euro-Bereich. "Wir haben einen 93-Jährigen auf dem Platz, der mit einem Automover, einer Fernbedienung, seinen Caravan an den richtigen Platz bringt, um nicht rangieren zu müssen", so Zerwas. Und mit einer Mär räumt er auch auf: Dass Campingplatz-Besitzer im Winter auf der faulen Haut liegen. "Auch dann, wenn wir geschlossen haben, gibt es viel zu tun, um alles für die kommende Saison zu richten", so Zerwas.