"Anlassen" in der Eifel

Tödlicher Unfall bei Bikertreff auf dem Nürburgring

Zum traditionellen "Anlassen" auf dem Nürburgring fanden sich wieder Tausende von Motorradfahrern ein.

Zum traditionellen "Anlassen" auf dem Nürburgring fanden sich wieder Tausende von Motorradfahrern ein.

NÜRBURGRING. Beim „Anlassen“ am Nürburgring haben am Sonntag rund 20.000 Biker den Saisonstart gefeiert. Überschattet wurde der Bikertreff von einem tödlichen Unfall bei der Rundfahrt über die Nordschleife.

Rund 20.000 Motorradfahrern fanden am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein den Weg in die Eifel, um beim traditionellen „Anlassen“ am Nürburgring dabei zu sein. Mit einem Gottesdienst feierten die Biker den Start in die Zweiradsaison. Vor dem Korso auf der Nordschleife gab es geführte touristische Ausfahrten auf der Grand-Prix-Strecke. Zahlreiche Aktionen rund um die Themen Sicherheit und Technik rundeten den Tag dieses gigantischen Treffens unter Gleichgesinnten ab.

Überschattet wurde die Veranstaltung von einem tödlichen Unfall bei der Rundfahrt nach dem Motorradgottesdienst. Das teilte die Polizeidirektion Mayen am Sonntagabend mit. Demnach stießen auf dem Streckenabschnitt Fuchsröhre der Nordschleife ein 57-Jähriger aus NRW und ein Niederländer mit ihren Motorrädern zusammen. Während der Niederländer bei der Kollision leicht verletzt wurde, starb der 57-Jährige an den Folgen des Unfalls.

Die genauen Umstände sind noch ungeklärt, die Staatsanwaltschaft Koblenz hat ein Gutachten zum Unfallhergang in Auftrag gegeben.

Facebook-Aufruf geriet außer Kontrolle

Völlig außer Kontrolle geriet zuvor nach Mitteilung der Remagener Polizei ein Facebook-Aufruf. Der Vereinbarung, sich ab Freitag im Industriegebiet Brohltal-Ost zu treffen, um am Sonntagmorgen gemeinsam zum „Anlassen“ zu fahren, kamen immer mehr Biker aus dem gesamten Bundesgebiet nach.

Sie bauten ohne Erlaubnis des Eigentümers ihre Zelte auf einer brachliegenden Wiese auf. Zudem kam es zu vielen Beschwerden aus der Bevölkerung über Verkehrsverstöße und Beeinträchtigungen durch einige Kradfahrer in Niederzissen. Am Samstag schlugen dann mehr als 300 Teilnehmer mit steigender Tendenz ihr Lager im Industriegebiet bei Niederzissen auf. Ein Verantwortlicher fand sich dort nicht, so die Polizei. Da laut Auskunft einiger Teilnehmer das Treffen „aus dem Ruder laufe“ und niemand die Kontrolle übernehme, löste die Polizei das Zeltlager auf und verteilte die Biker auf diverse Ausgleichsflächen und Campingplätze.

Einige Teilnehmer unterstützen dabei die Beamten, indem sie die nun legitimen Übernachtungsmöglichkeiten in der Facebook-Gruppe veröffentlichten. Durch polizeiliche Präsenz konnten auch die Beschwerden aus der Bevölkerung drastisch reduziert werden.

Die Polizei sucht nun nach Zeugen des tödlichen Unfalls. Zeugen sollen sich bei den Ermittlern unter der Telefonnummer 02691 / 9250 melden.