Es fehlt an Parkplätzen

Suche nach einem Dorfladen

Blick in die Hauptstraße von Bad Bodendorf mit Postagentur und Café. FOTO: GÜNTHER SCHMITT

Blick in die Hauptstraße von Bad Bodendorf mit Postagentur und Café.

BAD BODENDORF. Dorfgemeinschaft in Bad Bodendorf wünscht sich ein örtliches Lebensmittelgeschäft.

Seit Ende 2013 gibt es in Bad Bodendorf keinen Lebensmittelladen mehr. Die Nahversorgung im größten Sinziger Stadtteil mit seinen gut 3 800 Menschen ist also Thema. Die Dorfgemeinschaft "Zukunft Bad Bodendorf" und die Rhein-Ahr-Akademie gingen dieses Thema im Winzerverein noch einmal an. Immerhin 15 Bad Bodendorfer waren zu der Veranstaltung unter dem Motto "Fahr nicht fort, kauf im Ort" gekommen. Eine ähnliche Veranstaltung im Juni 2014 hatte nur vier Besucher und vier Pressevertreter gelockt.

Der Frage, warum sich das Interesse in der Bürgerschaft zu diesem Thema sehr zurückhaltend gestaltet, will man in Bad Bodendorf auch nachgehen. Jetzt gab es eine sehr lebhafte Diskussion und einen fundierten Vortrag von Joseph Decker von der Rhein-Ahr-Akademie zum Thema Nahversorgung.

Bei der Begrüßung hatte Ortsvorsteher Alexander Albrecht eine gute Nachricht dabei. Am Freitag, 8. Mai, wird sich der Bad Bodendorfer Wochenmarkt auf dem Bahnhofsvorplatz offiziell etablieren.

Josef Decker hatte die wachsende Bedeutung von Bio-Lebensmitteln und regionalen Produkten betont. Er warf dabei auch einen kritischen Blick auf die zahlreichen Gütesiegel und die Kennzeichnung der Lebensmittel.

Der Abend brachte zwei neue Erkenntnisse, die etwas überraschten. Überraschung Nummer eins: Die fußläufige Erreichbarkeit für einen Dorfladen ist im sehr weitläufig bebauten Bad Bodendorf gar nicht mehr gegeben. "Wer sich ins Auto setzt, sucht sich dann einen Supermarkt mit vielen Parkplätzen", hieß es an diesem Abend. Und genau jene Parkplätze hat man in der Bad Bodendorfer Hauptstraße, in der bisher die Nahversorgung geregelt wurde, gar nicht. Diese Feststellung war für Kenner der örtlichen Verhältnisse keine Überraschung.

Aber es wurde auch noch eine andere Erkenntnis gewonnen: Verkaufen in Bad Bodendorf mit seinen fast 4000 Einwohnern und seiner hohen Kaufkraft, lohnt sich. Auch wenn jetzt die Patentlösung noch nicht gefunden wurde, soll die Info- und Diskussionsreihe weitergehen. "Es gibt ja noch Angebote vor Ort, wir wollen die Lücken ganz genau analysieren und dann weiter schauen", so Ortsvorsteher Alexander Albrecht. Dann soll auch weiter über mögliche Modelle eines Dorfladens diskutiert werden. Unter anderem über ein genossenschaftliches Modell.

In Bad Bodendorf hat man klar erkannt, dass ein Lebensmittelgeschäft im Ort eine wichtige Komponente für die soziale Kommunikation ist, aber wirtschaftlich nur schwer zu realisieren bleibt. Dies brachte Egon Blaeser, langjähriger Wirt im Winzerverein, auf den Punkt: "Ohne Zuschüsse aus der Politik, egal ob Stadt, Land oder Bund, wird dies nicht gehen".

In Südtirol oder im Allgäu gibt es entsprechende Zuschussmodelle. Im Internet hat Josef Decker unter der Adresse www.Rhein-Ahr-Akademie.org zahlreiche interessante Unterlagen zur Verfügung gestellt.