Römer-Thermen

Streit in den Römer-Thermen steckt Politiker an

Ruhe im Außenbecken, Krach im internen Bereich: Die Belegschaft streitet mit der Geschäftsführung.

Ruhe im Außenbecken, Krach im internen Bereich: Die Belegschaft streitet mit der Geschäftsführung.

BAD BREISIG. Die FWG geht mit der Bad Breisiger Stadtbürgermeisterin hart ins Gericht. Im Bad herrsche ein Klima der Angst. Die Stadtspitze sieht das anders.

Verärgert reagieren die zwei FWG-Mitglieder im Bad Breisiger Werksausschuss zum Thema „Römer-Thermen“ auf die Äußerung von Bürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch (CDU), zur Frage, ob eine Anordnung der Geschäftsleitung zu Schichtarbeitszeiten ein Fall von Mobbing sei. Die Bürgermeisterin antwortete, dass dies „das Gericht in der Berufung zu dieser Entscheidung zu beurteilen haben“.

Jürgen Sieler und Robert Hoß: „Ob dem vorliegenden Arbeitsgerichtsurteil offiziell widersprochen wird, wie von der Bürgermeisterin geschildert, dafür liegt der zwingend erforderliche Beschluss des Werksausschusses noch gar nicht vor.“ Mithin sei Hermann-Lersch, auch in ihrer Funktion als Ausschussvorsitzende überhaupt nicht befugt, die Berufung als beschlossene Sache darzustellen.

Politiker sprechen von selbstherrlichen Zügen

Der Versuch der Bürgermeisterin, diesen noch nicht gefassten Beschluss bereits als Tatsache anzubringen, sei wohl darauf zurückzuführen, „dass die CDU auch in diesem Gremium die Mehrheit der Sitze belegt“. Den dort vertretenen Christdemokraten werde mit einer solchen Äußerung nun von vorne herein die Möglichkeit genommen, für eine andere Entscheidung, als die der Berufung zu votieren. Die FWG unterstellt der Stadtbürgermeisterin hierbei „selbstherrliche Züge“. Viel besser könne nicht dokumentiert werden, wie wenig Wert man auf die Meinung anderer lege, so Sieler. Das habe sich auch gezeigt, als sich die Bürgermeisterin im öffentlichen Teil der Sitzung den Anliegen von FWG- und SPD-Vertretern verweigerte, den Zuhörern Informationen zur Situation der Römer-Thermen zu geben.

„Entsetzt“ zeigen sich die beiden FWGler über die Art, mit der Hermann-Lersch sämtliche Kritikpunkte in Richtung Thermen-Geschäftsführung „stereotyp abbügelt“. Unbestritten herrsche bei der Belegschaft des Bades ein „Klima der Angst“. Dies werde von der Stadtchefin einfach verneint. „Warum setzen sich Bürgermeisterin, Geschäftsführerin und Betriebsrat nicht zusammen und diskutieren die Situation?“, fragen Sieler und Hoß. Diese „Verweigerungshaltung“ gegenüber den Mitarbeitern verschärfe die „so oder so schon beträchtlichen wirtschaftlichen Probleme der Thermen“.

Jede Verantwortung von sich gewiesen

Die FWG-Mitglieder im Werksauschuss, die sich seit Monaten schon der „Sorgen und Ängste“ sehr vieler Thermen-Mitarbeiter annähmen, kritisierten gegenüber dem GA weiter: „Es kann nicht sein, dass sowohl die Geschäftsführung als genauso die Bürgermeisterin jegliche Verantwortung für die unhaltbaren Zustände in dem für Bad Breisig existenziellen Unternehmen weit von sich weisen. Schuld sind immer die anderen. Wird dieser Kurs der Ignoranz weiter eingehalten, könnte das auch zum wirtschaftlichen Desaster führen, das viele zerstörte Existenzen im Gefolge hat.“