Ortsvorsteherwahl

Sinziger für Gunter Windheuser

Bürgermeister Wolfgang Kroeger (rechts) gratuliert Gunter Windheuser zur Wahl.

SINZIG. Kandidat der Freien Wähler setzt sich bei Stichwahl zum Ortsvorsteher durch

Der neue Sinziger Ortsvorsteher heißt Gunter Windheuser. In der Stichwahl am Pfingstsonntag setzte sich der Kandidat der Freien Wähler (FWG) mit 54,7 Prozent der Stimmen gegen den Christdemokraten Kurt Quarz (45,3 Prozent) durch. Auf Quarz entfielen 809 Stimmen, auf Windheuser 978. Bürgermeister Wolfgang Kroeger war erster Gratulant.

"Ich bin völlig überwältigt, weil ich mit so einem Ergebnis nie gerechnet hätte", sagte Windheuser nach der Wahl im Sinziger Rathaus. Die Aussage kam mit einem leicht "verbeulten Lächeln". Denn Gunter Windheuser hatte eine schwere Nacht und einen schweren Tag hinter sich. Ein entzündeter Zahn sorgte für eine ganz dicke Backe. Windheuser wurde noch am Morgen von seinem Job als Wahlvorsteher im Wahllokal 503 freigestellt und verbrachte den Sonntag in großen Teilen beim zahnärztlichen Notdienst.

Im Rathaus gab es viele Glückwünsche und viel Schulterklopfen. Und flotte Sprüche. "Der Kampf wurde erst nach Punkten über die volle Distanz entschieden", sagte Norbert Fuchs, FWG- Mann aus Löhndorf.

"Der Kurt ist wohl vor allem in der Kernstadt besser aufgestellt." Noch eine Stunde vor Schließung der Wahllokale hatte Windheuser seinen Mitbewerber vorne gesehen. Das Ergebnis sah dann ganz anders aus. Windheuser holte alle fünf Sinziger Stimmbezirke. Verlierer der Wahl war allerdings die Demokratie. Denn nur 25,9 Prozent der Sinziger Wahlberechtigten sind zur Urne gegangen. Wozu es im Rathaus entsprechende Stimmen gab. "Peinlich", "unterirdisch", "suboptimal" oder "da kann niemand mehr von Mehrheiten reden" lauteten die Kommentare zur Wahlbeteiligung bei einer ersten Analyse.

"Nach dem guten Ergebnis von Kurt Quarz im ersten Wahlgang haben unsere Wähler die Sache wohl für einen Selbstläufer gehalten", hieß es aus den Reihen der Christdemokraten. Die FWG hatte ihre Wähler wohl besser mobilisiert und die am 25. Mai ausgeschiedene FDP-Ortsvorsteher-Kandidatin Brigitte Schmickler hatte offen zur Wahl von Windheuser aufgerufen.

Pure Langeweile: So ließ sich der Job der Wahlhelfer im großen Sinziger Wahllokal Regenbogenschule am Sonntag umschreiben. Von Andrang war keine Spur. Ein Beispiel in Zahlen: Von den 1571 Wahlberechtigten im Wahllokal 502 (Sinzig West) kamen gerade mal 100 zur Wahl. Von den 365 beantragten Briefwahlen liefen nur 280 in Wahllokal zurück. Dennoch waren nach den Buchstaben des Landeswahlgesetzes die Wahllokale aber mit fünf Leuten pro Schicht besetzt.

Die Entscheidung in Sinzig war schell gefallen. Um 18.14 Uhr trudelten die ersten Ergebnisse im Rathaus ein, um 18.26 Uhr war die Wahl gelaufen.