Projekt am Sinziger Rhein-Gymnasium

Schüler lernen viel über die Rheinfischerei

Am Beueler Rheinufer: Der Schiffer-Verein unterrichtet sechs Schüler des Rhein-Gymnasiums Sinzig über den Fischfang.

BEUEL. Mit der Fischerei hatten die sechs Schüler des Rhein-Gymnasiums in Sinzig bisher nicht viel zu tun. Die Mehrheit konnte weder Fischarten auseinanderhalten, noch wusste sie etwas über die Historie.

"In den vergangenen Projekttagen haben wir uns mit dem Thema auseinandergesetzt", sagte Jens Gnichwitz. Jetzt war die Gruppe am Beueler Rheinufer, um sich über die Rheinfischerei und deren Entwicklung über die Jahrhunderte zu erkundigen.

Zur Historie konnte Hans Paul Müller vom Heimat- und Geschichtsverein eine Menge erzählen. War der Fang von Wanderfischen für viele Menschen am Rhein jahrelang der Haupterwerb, reichte es nach den Ausbaggerungen des Flussbettes und der neuen Uferbefestigungen nur noch als Zubrot.

Die aufkommende Dampfschifffahrt brachte die Fischerei in Beuel endgültig zum Erliegen. "Durch den hohen Wellengang der großen Schiffe wurde das Fischen in den kleinen Dreibörtchen sogar lebensgefährlich", sagte Müller. Viele sahen in der Lohnbleicherei eine Chance, die Familie zu ernähren.

Am flachen Rheinufer konnten die großen Stoffballen, die von Fabriken und Webereien aus Köln und dem Ruhrgebiet angeliefert wurden, komplett ausgerollt werden. Die Menschen bleichten sie in der Sonne und mithilfe des Rheinwassers. Ab 1850 entwickelte sich Beuel schnell zu einer Industriestadt, Schiffer und Fischer waren kaum noch gefragt.

Initiiert wurden die Projekttage vom "politischen Arbeitskreis Schulen" aus Bonn als entwicklungspolitisches Seminar, das sich mit dem Beitrag von Fisch und Meer zur Welternährung beschäftigen sollte. So hatten die Schüler vorher ein Planspiel zur Fischerei gemacht, bei dem sie verschiedene Nationen darstellen und Gewinne einfahren sollten. "Das ist alles schon sehr interessant", sagte Schülerin Holly Hildebrand. Neben Hans Paul Müller war auch Schiffer-Verein-Vorsitzender und Käpt'n Reiner Burgunder gekommen, um Seemannsgarn zu erzählen.

Erich Engels von der Fischereibruderschaft Bergheim konnte viel zur damaligen Technik erklären. Zum Beispiel, wie der Aalschokker funktionierte: Der wurde bereits abends in den Fluss geschleppt und verankert. Über Rollen am Mast liefen die Seile, an denen das Aalnetz befestigt war. Das wurde dann seitlich vom Schokker an der Stelle mit der stärksten Strömung des Flusses ausgelegt. Nur mit Seilwinden konnte es wieder eingeholt werden.