Peter Bares

Organist und ein Original ist mit 78 Jahren gestorben

Sinzig trauert um den Organisten Peter Bares.

SINZIG. Peter Bares ist tot. Der Komponist und Organist mit Weltruf ist am Sonntag im Alter von 78 Jahren gestorben. Bares war für Sinzig Zeit seines Lebens beides: ein weltbekannter Organist und Komponist neuer Orgelmusik sowie ein Original. Sein Markenzeichen war der lange, wallende, weiße Bart.

Geboren wurde Bares am 16. Januar 1936 in Essen-Borbeck. Sein Kirchenmusikstudium absolvierte er an der Folkwang-Musikhochschule in Essen und wirkte zunächst als Organist in Essen und Düsseldorf. Von 1960 bis 1985 war Bares Organist an Sankt Peter in Sinzig. Der Streit mit der Amtskirche und seine Entlassung aus dem Kirchendienst im Jahre 1985, waren für Bares eine tiefe Enttäuschung in menschlicher wie künstlerischer Hinsicht.

1972 wurde in Sankt Peter nach den Ideen des Verstorbenen und seiner Disposition die neue Walcker-Orgel installiert. Diese Orgel bot nicht nur mit ihrem Schlagwerk ungeahnte Möglichkeiten und lockte fortan Organisten und Musiker aus der ganzen Welt an. In den Jahren 1976 bis 1987 wurden die internationalen Studienwochen für neue geistliche Musik aus der Taufe gehoben.

Ein großes Stück Lebenswerk von Bares, der bei insgesamt 20 Wochen dieser Art auch die Aufgabe als Cheforganisator übernahm. Seit 1985 wurden die Orgelwochen in Bonn und Köln fortgeführt. In den Jahrzehnten seiner Arbeit in Sinzig hat Bares viele Chöre betreut und mehr als 2900 Kompositionen im Bereich Orgelmusik, Kammermusik und Chormusik geschaffen.

Seine Konzertreisen führten ihn nach Warschau und Krakau, nach Wien und Harlem, nach Paris und Santiago de Compostela. Und dennoch ist der Künstler und Mensch Peter Bares der Stadt Sinzig stets treu geblieben. Auch als er 1992 als Organist an die Sankt-Peter-Kunststation in Köln berufen wurde, wo er fast zehn Jahre wirkte.

Dabei war Bares aber immer auch ein Mann mit Ecken und Kanten. "Ich hab immer eine freche Klappe gehabt", sagte Bares in einem Interview zu seinem 70. Geburtstag. Und nicht nur in Sinzig wusste man, dass Bares mit seiner scharfen Zunge keiner Diskussion aus dem Weg ging.

Ein großer Meister der Diplomatie wollte Bares nie sein. Eines war für Bares dabei immer klar: "Ich bin halt ein Sinziger Bürger." Die trauern jetzt um ihn. Die Beerdigung ist am Freitag, 7. März, um 10 Uhr auf dem Sinziger Friedhof.