In Bad Breisig

Neue Schilder erinnern an geschichtsträchtige Orte in der Stadt

BAD BREISIG. Unscheinbar verläuft die kleine Brunnenstraße parallel zu Bahn und Bundesstraße zwischen Rheineck und Bad Breisig. Der Bauhof der Quellenstadt und ein großer Park & Ride-Parkplatz bestimmen das eher trostlose Bild. Dabei sind über diese Straße einst Cäsar, Karl und Otto der Große, Friedrich der Staufer, Napoleon, Mozart oder Händel geritten oder kutschiert worden.

Mit Erklärungstafeln, die am Donnerstag aufgestellt wurden, will die Stadt nun ein wenig an die Historie der Stätte erinnern. So geben die Schilder Auskunft über die zur Brunnenstraße gehörende Wagram-Brücke oder zum Vinxtbach, der einst die Grenze zwischen Ober- und Untergermanien ebenso bildete, wie das in den Rhein fließende Gewässer in Sichtweite des Limes als römische Provinzgrenze fungierte.

"Wir wollen Einheimischen und Gästen die Geschichte unseres Ortes näher bringen", erklärte Bad Breisigs Bürgermeister Bernd Weidenbach. Und natürlich werden auch Wanderer des Rhein-Burgen-Weges und die Radfahrer am dort entlang führenden Rheinradweg auf die historischen Begebenheiten entlang des Vinxtbaches aufmerksam gemacht.

Die Wagram-Straßenbrücke wurde 1806 nach starken Regenfällen völlig zerstört. Napoleon ließ eine neue Steinbrücke bauen, die 1813 mit einer Spannbreite von neun Metern eingeweiht wurde. der Einweihungstag fiel auf den vierten Jahrestag des Sieges Napoleons über die Österreicher in der Schlacht von Wagram.

Daher hat das Bauwerk seinen Namen: Pont de Wagram. Nicht nur die Brücke war dem französischen Kaiser zu verdanken. Die französische Regierung von einst hat bis heute Spuren im Rheinland hinterlassen: Den Code Napoleon, die Einführung einheitlicher Längenmaße, die Abschaffung der vielen unterschiedlichen Währungen und vieles mehr.

Ein weiteres Schild erinnert an die Römer im Rheintal. Nach der Eroberung Galliens durch Cäsar war das linksrheinische Gebiet Teil des Römischen Reiches. Kaiser Domitian schuf rund 130 Jahre später die Provinzen Germania Superior (Obergermanien) und Germania Inferior (Niedergermanien).

Die unter Militärverwaltung stehenden germanischen Bezirke wurden also aufgeteilt, als Hauptstädte fungierten Köln und Mainz. Die Grenze bildete damals der kleine Vinxtbach. Gleich gegenüber auf der anderen Rheinseite begann der Limes, dessen Überreste auch heute noch in Bad Hönningen zu sehen sind. Weitere Schilder, die auf geschichtsträchtige Orte hinweisen sollen, sind in Bad Breisig in Planung.