Ahr-Rotwein-Klassik

Mit "Queen Mums" Auto am Start

SINZIG. Am Wochenende fand der 15. Ahr-Rotwein-Klassik in Bad Neuenahr statt. Das älteste Fahrzeug war dabei 103 Jahre alt.

Automobilgeschichte und viele Anekdoten steckten hinter dem, was sich am Sonntag von Beuler Hof in Sinzig aus über Bad Neuenahr, dann über den Rhein, durch den Westerwald und schließlich über Mendig nach Rieden bewegte: 103 mehr oder weniger alte "Schnauferl" fuhren in einer langen Autoschlange bei der 15. Ahr-Rotwein-Klassik des Ahr-Automobil-Clubs Bad Neuenahr (AAC) über die Straßen und erzeugten überall dort, wo sie auftauchten, staunende Blicke. Dort, wo die Fahrzeuge vorgestellt wurden, sammelten sich schnell Menschentrauben, Kameras und Smartphones wurden gezückt, Bilder geschossen und Erinnerungen geweckt.

Und es wurde gestaunt, wenn die Moderatoren aus dem "Leben" der Fahrzeuge berichteten. Da war beispielsweise ein mächtiger Daimler DS 420 aus dem Jahr 1976 zu sehen. 250 Stück wurden gebaut, der von Iris und Ralf Schreier gehörte einst dem königlich britischen Fuhrpark an, oft genug saß "Queen Mum" auf dem Rücksitz. Stolze 103 Jahre auf dem Buckel hat das Ford T-Modell von Michael Qualmann. Die "Tin Lizzy" lief, hupte und qualmte immer noch so, wie in ihrem "Geburtsjahr" 1912. Ein Hingucker war auch Kai Bödekers Wolsley Hornet Spezial aus dem Jahr 1934, einer der wenigen Wolsleys, die in Deutschland zugelassen sind.

Majestätisch kam ein "Adenauer" daher. Bei diesem Mercedes Benz 300 D verschwindet die B-Säule beim Herunterdrehen der Fenster. Und die waren am Sonntag bei allen geschlossenen Fahrzeugen runtergedreht, die Klimaanlage war beim Bau der meisten Oldtimer noch nicht erfunden. Wer im Cabrio vorfuhr, war dagegen gut beraten, eine Kappe zu tragen, so brannte die Sonne auf die Teilnehmer. Neben den Geschichten der Fahrzeuge waren es die "Macken" der Autobauer und ihrer Besitzer, die auffielen: der Fuchsschwanz durfte beim Irmscher Opel Manta B nicht fehlen. Warum der Alfa Romeo Spider von 1988 am Heck eine Gummilippe trägt, ist fraglich.

Motor vorne, Antrieb hinten, so wurde der Porsche 924 gebaut. Derweil kam der Manta B CC mit dem original plüschigen Velourpolster der 70er Jahre daher. Die Trophy ging über rund 150 Kilometer, es galt, Punkte zu sammeln. Abschnitte mit und ohne Prüfungsaufgaben wechselten sich ab, es wurde "nach Karte" gefahren. Die Kontrolle der Suchstrecke erfolgte durch "Stumme Wächter" (Schilder mit Nummern), Bilder, Gleichmäßigkeitsprüfungen und besetzten oder unbesetzten Durchfahrtskontrollen.

"Eine tolle Strecke", lobten die Teilnehmer die von den Orga-Leitern Robert Kreusch und Hermann-Josef Doll ausgewählte Route. Für einen reibungslosen Ablauf sorgten die Helfer des AAC. Sie mussten hin und wieder auch mal zum Abschleppseil greifen, denn nicht alle 103 Fahrzeuge schafften die Strecke zu bewältigen. "Prominentester" Ausfall war sicherlich der Adenauer-Mercedes. Über den Gesamtsieg freuen konnten sich zum dritten Mal in Folge Lars und Michaela Maaßen mit einem BMW 320i Cabrio aus dem Jahr 1990.