Benefizkonzert „Gaudete“

Lobgesang bringt 12.000 Euro für die Abtei Maria Laach

Gastieren in Maria Laach: Das Vokalensemble Kölner Dom beim Konzert in der Abteikirche.

Gastieren in Maria Laach: Das Vokalensemble Kölner Dom beim Konzert in der Abteikirche.

MARIA LAACH. Ein Konzert des Vokalensembles Kölner Dom in der Abteikirche hat 12.000 Euro für den Verein der Freunde und Förderer der Abtei Maria Laach erbracht.

„Das neue Kirchenjahr beginnt dann, wenn der Freundeskreis sein Benefizkonzert gibt“, schmunzelte der Vorsitzende der Freunde und Förderer der Abtei Maria Laach, Gernot Mittler, beim Empfang im Klosterforum. Vorangegangen war ein Konzert des Vokalensembles Kölner Dom in der Abteikirche unter der Leitung von Martin Meyer und Eberhard Metternich. Es stand Chormusik des 20. und 21. Jahrhunderts auf dem Programm, die alle Besucher hörbar begeisterte.

Der Abend stand unter dem Motto „Gaudete“, zu Deutsch „Freut euch!“, und erhob sich mit einem sphärischen Lobgesang, dem „Gloria“ von Jan Sandström. Als Fundament traten die Männerstimmen bei der Textpassage „et in Terra“ hinzu und eine der Sopranistinnen sang über dem Klangteppich des Chores ihre virtuosen Passagen. „Maria durch ein Dornwald ging“ ist ein ursprüngliches Wallfahrtslied, das von Tod, Vergänglichkeit, aber auch dem neuen Leben in Christus erzählt.

Weihnachtslied

Die Tradition hat daraus ein Weihnachtslied werden lassen, das sich in der Fassung von Stefan Claas als solider Choral präsentiert, der zweimal durch die Einzelstimmen und schließlich vom gesamten Ensemble geführt wird. Die melodische Wellenbewegung von Herbert Howells „A Spotless Rose“, dem englischen „Es ist ein Ros‘ entsprungen“, schlug die Zuhörer im vollbesetzten Mittelschiff in ihren Bann. Das „Nunc dimittis“ ist die lateinische Fassung des Gesangs, den der greise Simeon im Lukas-Evangelium anstimmt, nachdem er Jesus als den Messias entdeckt hat. Pawel Lukaszewski legt mit einem Solistenquartett einen Schwerpunkt auf dem Ausruf „Domine“, über den die restlichen Sänger ihren stark chromatischen Satz sangen. Metternich übernahm das Dirigat von Meyer und die teils sperrigen Harmonien wichen einer ungebrochenen Singfreude.

Drei niederländische Weihnachtslieder von Louis Toebosch und Jetse Bremer tröpfelten beschwingt vor sich hin. Sphärische Klänge zwischen Himmelsgesang und meditativer Betrachtung bot dann wieder „Little Lamb“ von John Tavener.

Unterstützung durch Bläsertrio

Mit Unterstützung eines Bläsertrios kam es nach einer kurzen Pause zu einer Laacher Erstaufführung: „Gaudete“ nach Stücken des 1582er „Piae Cantiones“-Liederbuches von dem 2012 verstorbenen schwedischen Komponisten Anders Öhrwall. Hier dominierte wieder die Festtagsfreude. Bei „In dulci jubilo“ vergaß man schnell den regnerischen Winter vor den Klostermauern. Zu einer eigenwillig punktierten Fassung von „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ oder dem rhythmischen „Tag an Glanz und Freuden groß“ wippten an einigen Stelle der Kirche sogar die Füße auf und unter den Kniebänken.

Mit nur einer Zugabe gab sich das teils in stehenden Ovationen klatschende Publikum nicht zufrieden. Nach dem letzten Ton fanden sich viele der Besucher noch im Klosterforum ein, um den ersten Adventssonntag ausklingen zu lassen.

Schatzmeister Elmar Schmitz konnte mit Stolz verkünden: „Das Konzert hat, zuzüglich der Spendenleistungen, Einnahmen in Höhe von 12.000 Euro für den Verein erbracht.“