Ende eines Provisoriums

Kreis gibt neue Treppe zum Rolandsbogen frei

Rolandswerth. Ende Januar 2015 war der Unterbau abgerutscht. Restarbeiten sollen bis Herbst abgeschlossen sein.

Pünktlich zum Saisonbeginn ist die neue Treppe zum Rolandsbogen fertig. Gestern hat der Kreis als Baubehörde das Bauwerk freigegeben. „Die Kreisverwaltung Ahrweiler hat die Nutzung für die Treppenanlage zu den Gebäuden Standesamt und Restaurant am Rolandsbogen freigegeben, nachdem die erforderlichen statischen Prüfnachweise durch den Bauherrn vorgelegt wurden“, hieß es gestern auf Anfrage des GA aus dem Ahrweiler Kreishaus.

„Die provisorische Treppe, die nach einem Bergrutsch ein Jahr ihren Dienst getan hat, soll jetzt zurückgebaut werden“, sagte Jörg Pierdzig von der Eigentümergemeinschaft ImmoVisio in Bonn, der das Areal gehört.

Ein Blick zurück: „Achtung Lebensgefahr“ warnten Ende Januar vergangenen Jahres Schilder am Aufgang zum Rolandsbogen. Grund: Ein Podest des Treppenaufgangs war samt Geländer weggebrochen und etwa zehn Meter in die Tiefe gestürzt. Ein Zugang zur Aussichtsplattform, zur Dependance des Remagener Standesamtes und zum Restaurant war nicht mehr möglich.

Grund für das Abrutschen des Podestes waren starke Niederschläge, Frost und ein Rohrbruch gewesen. Hinter der 900 Jahre alten Burgmauer, die das Podest stützte, hatte sich Wasser gesammelt und die Mauer schließlich auf einer Breite von sechs Metern zum Einsturz gebracht. Das hatte Mirco Alberti vom Landesamt für Geologie und Bergbau im Mainz, das vom Kreis Ahrweiler als Bauaufsicht eingeschaltet worden war, ermittelt. Tonnenweise Beton, Steine der alten Burgmauer und Erdreich versperrten den rheinseitigen Weg zum Gipfel, zudem das in zwei große Teile zerbrochene Podest nebst Teilen des ehemaligen Geländers.

Der für Aschermittwoch 2015 vorgesehene Saisonstart des Restaurants musste verschoben werden, eine Lösung her. Bohrkerne für Bodenuntersuchungen wurden gezogen, die Sicherheit der Gebäude überprüft. Die Lösung für den weiteren Betrieb auf dem Rolandsbogen wurde dann in einem alternativen Aufgang bei gleichzeitiger Absicherung der Burgmauer durch spezielle Stahlnetze gefunden. Ein teures Unterfangen, aber unabdingbar für den Weiterbetrieb. Architekt, Statiker und Baugrundgutachter entwickelten ein Konzept für die Sicherung und Sanierung von Einbruchstelle und Burgmauer. Wobei die Burgmauer ohnehin ab dem Frühjahr 2015 saniert werden sollte. Saisoneröffnung zu Ostern – das war das angesagte Ziel.

Das wurde durch eine provisorische Treppe erreicht, die von einer Spezialfirma für Baustellensicherheit installiert wurde. Ingesamt mussten dabei 18 Meter Weinbergshang und gut acht Meter Höhenunterschied überwunden werden.

Dafür wurden die Treppenelemente auf dem Plateau, am Zugangsweg und jeweils an den insgesamt drei Podesten aus Gerüststangen verankert. Jedes einzelne Element wurde von Hand eingesetzt und hatte ein Gewicht von 150 Kilo. So entstand ein zweiläufiges Provisorium, eine Treppenseite für den Aufstieg, eine für den Abstieg. Der Saisonstart funktionierte.

In den vergangenen Monaten wurde an der Einsturzstelle eine Betonwand hochgezogen, die die neue Treppe samt neuem Podest trägt. Damit diese jedoch zum Bild der alten Burgmauer passt, wird die Betonmauer mit Bruchstein verkleidet. So kommt quasi eine Wand aus den alten Steinen vor eine nagelneue Wand, die dann den Ansprüchen des Denkmalschutzes entspricht.

Diese Arbeiten sollen bis Herbst abgeschlossen sein, damit noch in diesem Jahr der neue Fußweg entlang der alten Burgmauern den Besuchern des Rolandsbogens zur Verfügung steht.

In einem Zug gehen dann auch die Sanierungsarbeiten an der Burgmauer über die Bühne, die ursprünglich mit 400 000 Euro veranschlagt waren. „Mindestens 200 000 Euro kommen da noch für die Behebung des Schadens drauf“, sagte Pierdzig, der Licht am Ende des Tunnels sieht. Die Treppe ist fertig, der Startschuss für die Saison gefallen.