Kunst des Glockenschlags

Kirche in Dernau feiert 40-jähriges Dingeljubiläum

Walter Trarbach im Glockenstuhl der Dernauer Pfarrkirche beim Dingeln.

Walter Trarbach im Glockenstuhl der Dernauer Pfarrkirche beim Dingeln.

DERNAU. Hohe Ehrung für den Dernauer Dingelmeister Walter Trarbach und seinen Sohn Peter. Die Kunst des Dingelns ist es, per Hand die Glocken zu schlagen.

Dernau ist ein Ort voller Brauchtum und Traditionen – und das schon seit vielen Jahrhunderten. Eine dieser Traditionen ist das Dingeln. Das Dingeln, Beiern oder auch Dengeln genannt, ist das Anschlagen unbewegt hängender Glocken nach einem lokal überlieferten Rhythmus. Seit 1979 übt Walter Trarbach diese Gepflogenheit aus.

An Fest- und Feiertagen wie zum Beispiel an Fronleichnam, an den Hochfesten Ostern und Weihnachten oder auf Wunsch von Brautpaaren und Ehejubilaren, klettert Trarbach in den Glockenstuhl der Pfarrkirche. Oft wird er dabei von seinem Sohn Peter begleitet, so dass die Tradition weiterhin gesichert ist.

„Bevor es mit dem Dingeln so richtig losgehen kann, wird zunächst das elektronische Läutewerk der Glocken abgestellt. Eine weitere Vorarbeit liegt darin, dass die Glocken mit Spannschlössern festgesetzt werden. Die Klöppel der Glocken werden auf wenige Zentimeter an den Glockenrand herangezogen. Ein Seil führt zur linken Hand, ein weiteres zur rechten und das Seil der dritten Glocke zu meinem Fußpedal“, so Trarbach.

Das Dingeln erfolgt jetzt mit den an den Glocken befestigten Seilen, die mit den Händen und dem Fuß gezogen und in einem rhythmischen Stakkato angeschlagen werden. Um den Klangrhythmus einzuhalten, wird von den Dingelmeistern unter anderem folgendes Gedicht in Gedanken aufgesagt: „Ding-Dinge-Dang. Ming Frau oss krank. Wat fehlt ihr dann? E Schöppsche Wing. Dat kann net senn!“ So tönt das Dingeln mit markanten Tönen durch den Ort und in Dernau kommt wahre Festtagsstimmung auf.

40-jähriges Dingeljubiläum

Jetzt wurde das 40-jährige Dingeljubiläum gefeiert. Pastor Axel Spiller dankte in der Messe für das Engagement der Trarbachs und erwähnte, dass die Melodie einem auch im Laufe des Tages noch im Ohr blieb und man sie vor sich hersumme. Am Tag des Jubiläums kletterten allerdings Thomas Ley und Christian Justus Sebastian in den Glockenstuhl, um den Jubilaren zu gratulieren. Sie sind seit 2018 bei den Trarbachs in der Ausbildung zum Dingelmeister.

Danach überreichte Ley als Vorsitzender des Pfarrverwaltungsrates im Namen der Pfarrgemeinde ein Weinpräsent, verbunden mit der Hoffnung, dass Walter und Peter Trarbach noch viele Jahre fürs Dingeln verantwortlich bleiben. Vorgänger von Walter Trarbach als bekannte Dingelmeister waren: Cornelius Heimermann (1850-1897), Josef Pätz (1897-1930), Peter Winnen (1930-1950) und Felix Ley (1950-1954). Nach einer 25-jährigen Pause belebte Trarbach die Tradition ab 1979 neu.