Thermen in Bad Breisig

Irritationen um neue Preisstruktur der Römer-Therme

BAD BREISIG. Die Eintrittspreise für die Bad Breisiger Römer-Thermen werden neu festgesetzt. Statt aber die anstehende Grundsanierung des Bades abzuwarten, will die CDU die Preisanpassungen bereits zum 1. Juli umsetzen. Für SPD und FWG ist dies unverständlich.

Die Eintrittspreise für die Bad Breisiger Römer-Thermen werden neu festgesetzt. Eine Unternehmensberatung war damit beauftragt worden, die Strukturen des Preisgefüges näher zu untersuchen und sah Handlungsbedarf. Statt aber die anstehende Grundsanierung des Bades abzuwarten, will die CDU die Preisanpassungen bereits zum 1. Juli umsetzen. SPD und FWG reagieren mit Unverständnis.

Dabei sollen die Eintrittsgelder für den Badbesuch – zumindest auf den ersten Blick – gar nicht erhöht werden. Die Verweildauer in Bad und Sauna wird vielmehr von zwei auf drei Stunden angehoben. Dafür soll der Gast dann auch etwas mehr zahlen, nämlich 13 statt elf Euro. Der Eintrittspreis für die Sauna wird von 14 auf 17 Euro verändert, dafür kann der Gast dann auch eine Stunde länger schwitzen als bisher. Die Rabatte für die Mehrfachkarten werden gestrafft.

Insgesamt soll der Gast etwas länger im Bad gehalten werden, dafür soll er dann auch etwas mehr zahlen. Angesichts der hohen Betriebskosten ist es nicht leicht, etwaige spürbare Mehreinnahmen zu erkennen, die mit dieser neuen Eintrittspreisstruktur einhergehen sollen. Kein Wunder, dass die SPD nachfragte: „Worin soll hier die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit liegen?“

Bekanntlich werden die Römer-Thermen alljährlich mit einem hohen Defizit betrieben. Mehr als eine Million muss die Stadt voraussichtlich alleine in 2019 abfedern, um den Fehlbetrag aufzufangen. Millionenbeträge sind auch in den nächsten Jahren zu erwarten. Zum Vergleich: In 2014 hatte die vom Steuerzahler aufgefangene Unterdeckung noch bei rund 450.000 Euro gelegen. Seither schießen die Defizitbetrage in die Höhe.

Dramatische Defizitsteigerungen

„Die Veränderungen des Eintrittspreiskonzeptes hat das Ziel, den Betrieb der Römer-Thermen wirtschaftlicher und für die Gäste attraktiver zu führen. Welche wirtschaftlichen Veränderungen sich durch die neue Eintrittspreisstruktur ergeben werden, kann – da das Preisniveau im Wesentlichen gleich bleibt – zu jetzigen Zeitpunkt nicht beziffert werden“, heißt es aus dem Rathaus. Völlig offen bleibt somit, warum eine solche Neustrukturierung überhaupt eingeführt wird. Die FWG fragte daher: „Warum sollen wir eine solche Anpassung beschließen, wenn unter dem Strich nichts Zählbares herauskommt?“

Die SPD forderte einmal mehr, die Fehlbeträge endlich mit sinnvollen Maßnahmen zu senken. „Das eigentlich tragische ist, dass aus der Geschäftsleitung, aus der Verwaltung und von der Stadtbürgermeisterin hierzu selbst kein einziger Vorschlag kommt“, so SPD-Fraktionschef Bernd Lang. Er führte nicht nur die dramatischen Defizitsteigerungen an, sondern wies auch auf „die besondere Entwicklung“ in der Thermen-Gastronomie hin. In der Tat: Seit einem Jahr wird der Betrieb in Eigenregie geführt. Brachte das Bistro Jahr für Jahr eine Pacht von 27.000 Euro ein, so rutschte dieser Teilbetrieb in ein Minus von 57.600 Euro in einem einzigen Jahr. Die Analyse der SPD: „Viel zu viel Personal bei viel zu wenig Umsatz.“

Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch: „Die bisherigen Eintrittspreise mit ihren vielen Kombinationsmöglichkeiten waren sehr unübersichtlich.“ Derzeit würden verschiedene Bausteine bearbeitet, um eine bessere Wirtschaftlichkeit des Bades zu erreichen.