Einer der bekanntesten Aquarellisten

Himmel über Straßenzügen

Ausstellung im Altenahrer Rathaus: Andreas Mattern im Gespräch mit Angelika Furth. FOTO: GAUSMANN

Ausstellung im Altenahrer Rathaus: Andreas Mattern im Gespräch mit Angelika Furth.

ALTENAHR. Andreas Mattern zeigt außergewöhnliche Aquarelle im Altenahrer Rathaus.

Wer im Altenahrer Rathaus nichts als grauen Verwaltungs-Alltag erwartet, wird derzeit überrascht sein: Im Foyer und Treppenhaus locken turbulent gestaltete Bilder mit kräftigen, fröhlichen Farben zum genauen Hinschauen und zum Verweilen. Zum zweiten Mal zeigt der Berliner Künstler Andreas Mattern seine Aquarelle. Und auch da gibt es Überraschungen, denn die Bilder sind nicht aus pastelligen, ineinander fließenden Farben komponiert, sondern sie sind äußerst kräftig in der Farbgebung. Dunkle Pinselstriche zeichnen besondere Bildelemente wie etwa Umrisse von Gebäuden oder Straßenlampen nach.

Andreas Mattern malt Ansichten aus Städten: Venedig, Berlin, Aachen, Münster, Ahrweiler, Dernau. Erkennen kann man die Szenerie auf den ersten Blick allerdings nicht. Man muss schon länger hinschauen, dann erst entschlüsselt sich San Maurizio in Venedig, der Berliner Dom oder der Gendarmenmarkt, die Lambertikirche in Münster. "Ich will nicht abbilden, was vorhanden ist, sondern mache meine eigene Welt, wie sie mir gefällt", erklärt Mattern das Prinzip seiner Kunst.

Darum dürfen bei ihm Häuser und Bäume malerisch schief stehen, werden Panoramen komprimiert, etwa die Dome und das Konzerthaus auf dem Berliner Gendarmenmarkt oder die alten Giebelhäuser auf dem Münsteraner Prinzipalmarkt. Dazu setzt Mattern das Dargestellte in turbulente Farben. Nicht nur die Bauwerke und Straßenzüge: Auch der Himmel bäumt sich mal gelb, mal blau-rot, mal violett und in allen Farben der Palette auf.

Andreas Mattern komponiert Stadtansichten und auch Blumengebinde zu eigenen Werken. Menschen dagegen findet man in der Vielfalt der Farben nur dunkel und angedeutet. Sie scheinen in den turbulenten Kompositionen eine Nebenrolle zu spielen, nehmen aber doch eine wichtige Stellung ein, sie haben ihren festen Platz in den Strukturen.

Andreas Mattern, Jahrgang 1963, lebt und arbeitet in Berlin. Er ist einer der bekanntesten Aquarellisten in Deutschland, wirkt als Dozent an einer Reihe von Akademien und zeigt seine Bilder bei Ausstellungen im In- und Ausland. Regelmäßig gibt er Kurse bei der Akademie Altenahr mit Sitz in Dernau. Neuerdings teilt er sich ein Atelier im Weingut Kloster Marienthal mit Ute Möller, Udo Claassen und Stephan Maria Glöckner.

 Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Verwaltung zu sehen. Finissage ist am Samstag, 29. August, um 16 Uhr in der Galerie Niederhut in Ahrweiler.