Mix aus Lehrpfad und Touristenmagnet

FDP schlägt Holzsteg zur Ahrmündung vor

Von der Idee der Sinziger FDP ist Nicole Morsblech (4.v.l.), Vizepräsidentin der SGD Nord, angetan.

Von der Idee der Sinziger FDP ist Nicole Morsblech (4.v.l.), Vizepräsidentin der SGD Nord, angetan.

SINZIG. Die Sinziger Liberalen schlagen vor, einen Holzsteg zu errichten, um das Naturschutzgebiet Ahrmündung für naturkundlich interessierte Besucher zu erschließen. Die Vizepräsidentin der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hat sich vor Ort ein Bild von der Idee gemacht.

Die Sinziger FDP schlägt die Erschließung des Naturschutzgebietes Ahrmündung per Holzsteg vor und möchte damit eine Mischung aus Lehrpfad und Touristenattraktion schaffen. Jetzt fand ein erstes Treffen im Sinziger Bootshaus statt, zu der auch die Vizepräsidentin der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Nicole Morsblech, und prominente FDP-Mitglieder aus Rheinland-Pfalz wie die Bundestagsabgeordnete Sandra Weeser aus Altenkirchen und der parlamentarische Geschäftsführer der Landtagsfraktion in Mainz, Marco Weber, anreisten.

Die Besucher zeigten sich angetan von der Idee, die Naturkunde und Tourismus vereinen soll. Ideengeber bei den Sinziger Liberalen war Forstwirt Dominik Graf Spee. Ihm schwebt ein sehr flexibler und einfacher Holzsteg, errichtet aus Eichenholz möglicherweise aus dem Sinziger Stadtwald, vor. „Das Ganze klingt auf den ersten Blick vielleicht etwas verrückt, aber so ein flexibler Steg könnte sich sowohl der mäandrierenden Ahr anpassen als auch Hochwasserschäden gut wegstecken“, so Graf Spee.

Konkrete Detailplanungen oder Kostenschätzungen gibt es bislang nicht. Allerdings ist im Etat der Stadt für 2018 ein Startbetrag in Höhe von rund 25 000 Euro eingeplant, weil die Idee der FDP bei den Haushaltsberatungen auf positive Resonanz stieß.

Nutzer des Lehrpfads sollen vor allem die Kinder und Jugendlichen aus dem Schulzentrum sein. Dort könnte dann auch Start und Ziel der Wanderschleife mit dem Holzsteg hinein ins Naturschutzgebiet sein. Das einzigartige Naturschutzgebiet der Ahr wäre mit entsprechenden Aussichtsplattformen aber auch ein neuer Touristenmagnet. Der Steg soll rund zwei Meter breit, in der Nutzung jedoch nur für Wanderer konzipiert sein.

Keine direkte Fußwegverbindung

Fahrradfahrer müssten ihr Zweirad schieben. Zur Zeit gibt es keine direkte Fußwegverbindung entlang der Ahr zum Rhein. Das könnte sich mit der Umsetzung der Idee der Sinziger Liberalen ändern. „Ein Steg entlang der Strecke könnte für Spaziergänger oder Wanderer die Möglichkeit schaffen, die Natur der renaturierten Ahr zu genießen“, erläuterte FDP-Vorsitzender Martin Thormann beim Ortstermin. Der Steg solle Plattformen bieten, um Wander an verschiedenen Stellen der Ahr auf Besonderheiten und unterschiedliche Lebensräume hinzuweisen.

Solche Lehrpfade seien international durchaus üblich. „Dafür gibt es zahlreiche Beispiele, nicht nur in den verschiedenen Nationalparks der USA, sondern auch zum Beispiel in Portugal werden solche Stege sehr erfolgreich eingesetzt, um den Naturschutz einer breiten Öffentlichkeit nahezubringen“, so Thormann. Und: „Das wäre auch ein positiver Beitrag und eine Bereicherung der Landesgartenschau, die 2022 in Bad Neuenahr-Ahrweiler stattfindet“, erklärten die Sinziger Liberalen.

Die Gäste im Sinziger Bootshaus versprachen, die Idee auf jeden Fall weiterzuverfolgen. Projektträger könnte die Stadt Sinzig sein. Daher soll es schnellstmöglich Kontakte zwischen Bürgermeister Andreas Geron und Morsblech geben. Nach Meinung der Liberalen könnte ein solches Projekt im Zeitfenster bis 2022 sehr wohl realisiert werden. Zeitnah geprüft werden soll auch, welche Fördertöpfe möglicherweise zur Finanzierung eines solchen Projekts genutzt werden könnten.