Prozess in Koblenz

Ex-Rathaus-Mitarbeiter soll 500.000 auf eigenes Konto überwiesen haben

Symbolfoto

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KOBLENZ. Vor dem Koblenzer Landgericht hat am Mittwoch der Prozess gegen einen ehemaligen Mitarbeiter der Adenauer Verbandsgemeinde-Verwaltung begonnen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 41-jährigen Angeklagten vor, als Verwaltungsangestellter im Steueramt der Verbandsgemeinde durch eine EDV-Manipulation Gelder vom Konto der Verbandsgemeinde auf sein Konto überwiesen zu haben. Es handelte sich um 500.000 Euro.

Dabei sollen die Zahlungen als Gewerbesteuererstattungen deklariert gewesen sein (der General-Anzeiger berichtete). Insgesamt soll der Verbandsgemeinde Adenau durch 164 vom Angeklagten getätigte Überweisungen auf sein eigenes Konto ein Schaden von rund eine halben Million Euro entstanden sein.

Aufgeflogen war der Vorgang, nachdem die Hausbank des 41-Jährigen stutzig geworden war, da der Mann eigentlich gar kein Gewerbe hatte. Die Bank zeigte ihn wegen Verdachts auf Geldwäsche an.

Die Ermittler fanden im Verlauf ihrer Untersuchungen die Lücke im Computersystem der Verbandsgemeinde, die der Mann konsequent ausgenutzt hatte. Der Verwaltungsangestellte wurde daraufhin entlassen. Inzwischen hat er auch gestanden. Wie hoch das Strafmaß ausfallen wird, ist noch völlig offen, da unklar ist, ob er wegen seiner Spielsucht als vermindert schuldfähig gilt.