Differenzen um die Ausrichtung

Es rumort im Kloster Maria Laach

Das sogenannte Paradies bildet den Eingang in die Klosterkirche. Doch zurzeit scheinen die Umstände im Kloster alles andere als paradiesisch zu sein.

Das sogenannte Paradies bildet den Eingang in die Klosterkirche. Doch zurzeit scheinen die Umstände im Kloster alles andere als paradiesisch zu sein.

Maria Laach. Es gibt Differenzen um die Ausrichtung der Benediktinerabtei Maria Laach: Es geht auch um die Frage um mehr Spiritualität. Einige Mönche hätten die Abtei bereits verlassen.

Unschöne Nachrichten gab es bei der Mitgliederversammlung des „Vereins der Freunde der Benediktinerabtei Maria Laach“. Statt eines Grußwortes verkündete Prior Administrator Pater Andreas Werner, dass es im Kloster heftig rumort hat. Einige Mönche hätten im Streit die Abtei verlassen.

Es soll schon seit Monaten im Konvent wegen der Ausrichtung des Ordens gebrodelt haben. Es ging um weniger Weltlichkeit.

Deshalb hätten einige Benediktiner die Konsequenzen gezogen und seien ins Mutterhaus, die Erzabtei St. Martin in Beuron an der Donau, gezogen. Einer kommt jedoch zurück: Altabt Benedikt Müntnich.

Er hatte das Kloster verlassen, als vor drei Jahren seine Wiederwahl gescheitert war. Müntnich hatte seinerzeit die weltliche Öffnung des Klosters vertreten. Eine Politik, zu der auch der Förderverein stand und steht. Auf Müntnich folgte als Prior Administrator Pater Albert Sieger, der dieses Amt zwei Jahre später an den eher geistlich ausgerichteten Pater Andreas Werner abgab. Was genau geschehen ist, bleibt jedoch hinter den Klostermauern verborgen.

Altabt Benedikt Müntnich kommt in die Eifel zurück.

Altabt Benedikt Müntnich kommt in die Eifel zurück.

In Sachen Förderverein berichtete der Vorsitzende, der ehemalige rheinland-pfälzische Finanzminister Gernot Mittler, von einer positiven Entwicklung bei den Mitgliederzahlen und überbrachte den Versammelten nur positive Nachrichten. Mit sieben neuen Mitgliedern sei das Kuratorium unter dem Vorsitz von ZDF-Chefredakteur Peter Frey auf 34 Angehörige gewachsen und auch die Zahl der Vereinsmitglieder sei mit 1726 sehr zufriedenstellend. Erstmals sei die Marke von 1700 Mitgliedern durchbrochen worden.

Doch macht Mittler eine andere Entwicklung Sorgen: Gerade einmal vier Prozent der Mitglieder seien 30 Jahre alt oder jünger. „Es tut not, um dem Kloster zu helfen, den Verein zu verjüngen“, so Pressesprecher Burkhard Hau. Dieser Entwicklung will der Verein mit einer Arbeitsgemeinschaft entgegentreten, der unter anderem der junge Benediktinerpater Philip Meyer angehört.

Erste Ideen wie eine Erbschaftsmitgliedschaft und ein verstärktes Auftreten in den Sozialen Netzwerken wurden diskutiert. Prior Administrator Andreas Werner betonte die Bedeutung des Vereins für das Klosterleben, das ohne Verein – nicht nur finanziell – kaum denkbar wäre. „Er heißt nicht Finanzierungskreis, sondern Freundeskreis“, betonte der Pater, was man besonders am Auftreten während des Klostermarktes hätte sehen können.

Zahlreiche Projekte wurden 2016 in Angriff genommen. Herausragendes Ereignis war dabei der 1. Bauabschnitt zur Restaurierung und Sanierung der Sakristei, deren Bausubstanz von Feuchtigkeit angegriffen war. Die Maßnahmen haben rund 225 000 Euro gekostet. Jetzt muss das Gemäuer erst einmal etwa zwei Jahre lang austrocknen. Erst dann kann die Restaurierung der Beuroner Malerei in der Sakristei fortgesetzt werden.

Kulturelles Highlight war das alljährliche Adventskonzert, dem ein Empfang im Laacher Forum folgte. Mit rund 6200 Euro wurden Sicherheitsmaßnahmen in der Kirche gefördert, die der im letzten Jahr verstorbene Altabt Anno Schoenen angeregt hatte. So gibt es unter anderem mittlerweile Notausgänge auch in Höhe des Konvents. Auch die aktuelle Ausstellung „Luther in Laach“ in Kooperation mit dem Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz wurde vom Freundeskreis mit 12 000 Euro mitfinanziert.

In naher Zukunft stehen zwei interreligiöse Veranstaltungen der Capella Lacensis mit dem Neuen Rheinischen Kammerorchester und dem Synagogal Ensemble Berlin an: ein Konzert am 10. August in Berlin und am 13. August in Maria Laach.

Finanziert wird das Projekt mit Mitteln des Bundes und der Deutscher Bischofskonferenz. Der Förderverein beteiligt sich mit der stattlichen Summe von 10000 Euro. Großprojekt der nächsten Jahre wird die Sanierung der beiden Klosterorgeln, die nach Aussage von Prior Werner in einem desolaten Zustand sind. „Wir gehen von Kosten im mittleren sechsstelligen Bereich aus“, so Elmar Schmitz, Schatzmeister des Fördervereines. Dessen Kasse weist derzeit einen Bestand von 124.000 Euro aus.