Zukunftsinitiative

Elf Kommunen am Rhein wollen gemeinsames "Städtenetz"

BAD BREISIG. Dem Rhein wird eine trennende Wirkung nachgesagt. Mit einem Städtenetz von Koblenz bis zur Landesgrenze von Nordrhein-Westfalen wollen nun künftig elf Verbandsgemeinden und verbandsfreie Städte über den Strom hinweg kooperieren.

Innenminister Roger Lewentz kam zur Auftaktveranstaltung der Zukunftsinitiative „Starke Kommunen – starkes Land“ (SKSL) am Freitag ins Bad Breisiger Rheinhotel, um mit den Bürgermeistern beziehungsweise Beigeordneten diese Vereinbarung zu unterzeichnen.

„In Zeiten des demografischen und digitalen Wandels, gesellschaftlicher Umbrüche und neuer globaler Herausforderungen müssen sich die Kommunen zukunftsfest als attraktive Standorte aufstellen“, so Lewentz. Diese Notwendigkeit ergab sich erst recht, als das „Aus“ für die Hoffnungen genau dieser elf Rheinanliegerkommunen kam, Teil der Bundesgartenschau 2031 zu werden.

Eine Absage bestärkte beteiligte Kommunen

Sie hatten sich dafür stark gemacht, die Buga im Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal von Bingen bis Koblenz bis an die Landesgrenze zu erweitern und so beispielsweise auch Leuchttürme wie das Arp Museum in die Buga-Konzeption mit einzubeziehen. Die Absage bestärkte die betroffenen Kommunen nur noch mehr darin, sich nicht als abgehängter Verlierer mit der Entscheidung abzufinden, sondern ein geschärftes, zukunftsgerichtetes Profil bilden zu müssen.

Zwei Hürden – die elf Partner unter einen Hut und die Unterstützung vom Land zu bekommen – waren, so bestätigte Bad Breisigs Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach, schneller überwunden, als anfangs gedacht.

„Ich finde es beachtlich, dass wir hier nach weniger als zwei Jahren stehen, um das Fundament zu legen und dass das Land spontan seine Bereitschaft erklärt hat, diese Kooperation mit 855.000 Euro bis Ende 2021 zu fördern und uns durch die Aufnahme in die zweite Auflage des Programms zu unterstützen“, so Weidenbach. Explizit dankte er vor der SKSL-Flaggen-Übergabe dem Mann, der mit ihm die ersten Schritte gegangen ist: dem früheren Bad Hönninger VG-Bürgermeister und heutigen Neuwieder Kreisbeigeordneten Michael Mahlert.

Geld für Entwicklung gemeinsamer Ideen

Das Geld diene jedoch nicht etwa der Finanzierung von infrastrukturellen Investitionen in den jeweiligen Gebietskörperschaften, sondern der Entwicklung einer gemeinsamen Idee in eine von allen getragene Zusammenarbeit. „Wir wollen die Region künftig prägen, um die Lebensqualität für die Menschen weiter zu verbessern. Wir hoffen, dass sich Bürger ebenso konstruktiv einbringen wie Verbände und Gruppierungen.

Kreativität wird gefragt sein, um mannigfaltige Ideen zusammentragen und am Ende ein gutes gemeinsames Konzeptpaket schnüren zu können. Das Verbinden von Wohnen und Arbeiten in der Region ‚Mitten am Rhein‘, verbunden mit einer hohen Lebensqualität, das ist das, was wir haben und ausbauen müssen.“ Der Innenminister ergänzte in seiner Rede, dass „in einer Welt voller Unordnung Heimat nicht out“ sei.

Diverse Rheinkilometer auf Schwarz-Weiß-Fotos

Wie schön die Region ist, zeigte der Bad Breisiger Walter Buhr extra für diesen Tag mit seiner Ausstellung kunstvoller Schwarz-Weiß-Fotografien von diversen Rheinkilometern. Für eine kleine, aber feine Kooperation stand der Auftritt der Kinder der Leo-Stausberg-Schule in Brohl-Lützing. Sie wurden in Feuerwehrautos zum Rheinhotel gebracht, um den Gästen, darunter auch die Landtagsabgeordneten Horst Gies und Guido Ernst, auf dessen Initiative 2016 ein erstes Gespräch zustande kam, ein Ständchen zu bringen.

„Für die Region ist dieser Freitag, der 13. April, ein Glückstag“, fand Weidenbach. Schon nächste Woche wird es in Bitburg eine zweitägige Klausurtagung geben. Und damit an den elf Rathäusern bunte Fahnen wehen, überreichte Minister Lewentz Banner mit dem SKSL-Logo. „Sie haben starke Rückendeckung aus der Politik. 'Mitten am Rhein' ist ein tolles Motto, das jedem Gast zeigt, wo die Musik spielt. Wir wollen, dass hier was geschieht, seien Sie sich also einer Begleitung durchs Land über zehn bis 15 Jahre sicher. Ich stehe hier für aktive Zusammenarbeit und bin sicher, dass Ihr Netzwerk eine Erfolgsstory wird.“