Kommunalwahl 2019

Die Wählerunion Sinzig hat sich gegründet

Iris Kronauer (v.l.), Karl Krahforst, Dietmar Reimsbach, Markus Schlagwein, Helga Schmitt-Federkeil, Maximilian Schmitt und Wolf Eggers bilden den Vorstand der Wählerunion.

Iris Kronauer (v.l.), Karl Krahforst, Dietmar Reimsbach, Markus Schlagwein, Helga Schmitt-Federkeil, Maximilian Schmitt und Wolf Eggers bilden den Vorstand der Wählerunion.

SINZIG. In Sinzig hat sich die Wählerunion gegründet. Die neue Gruppierung will nicht nur Sitze im Sinziger Stadtrat erringen, sondern auch zur Kreistagswahl antreten. Vorsitzende ist Helga Schmitt-Federkeil.

In Sinzig ist die politische Landschaft vielfältiger geworden: Die Wählerunion ist gegründet. „Ich freue mich über jeden, der gekommen ist“, meinte Helga Schmitt-Federkeil im Sinziger Schloss. Bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr will die neue politische Gruppierung allerdings nicht nur in der Stadt an Rhein und Ahr an den Start gehen. Auch will man eine Liste für die Wahlen zum Kreistag aufstellen und somit kreisweit antreten.

„Es gibt in Sinzig einen Stimmungswechsel in Richtung Verdrossenheit“, so Schmitt-Federkeil, die dem Stadtrat bis 2014 angehörte, zudem seit 2009 Ortsvorsteherin des Stadtteils Franken ist. Die etablierten Parteien hätten bislang noch kein erkennbares Konzept vorgelegt, das angetan wäre, Frust wieder in Lust auf kommunalpolitische Gestaltung umzuwandeln.

Transparent und für die Bürger nachvollziehbar wolle ,man zum Wohle der Stadt arbeiten, ein „Sinziger Gemauschel“ werde es mit der Wählerunion nicht geben. Schmitt-Federkeil: „Parteiideologie spielt bei uns keine Rolle.“ Vielmehr wolle die Wählerunion gemeinsam mit dem Bürger die Stadt wieder nach vorne bringen. „Keinesfalls wollen wir Gräben aufreißen“, so die Gründerin der neuen Gruppierung vor 20 erschienenen Zuhörern.

In der CDU rumort es

Aufgerissene Gräben gibt es in Sinzig allerdings jede Menge. Nicht zuletzt der Bericht des Landesrechnungshofes und die damit korrespondierenden Vorwürfe gegen Ex-Bürgermeister Wolfgang Kroeger hatten für Lagerbildungen gesorgt. Bei der Bürgermeisterwahl, die der parteilose Kandidat Andreas Geron mit haushoher Stimmenmehrheit für sich entschied, hatten die Bewerber der großen Volksparteien zum Leidwesen ihrer Basis nicht den Hauch einer Chance.

Kräftig rumort hatte es zuvor bereits in der CDU. Parteichef Franz Hermann Deres bekam es bei den Vorstandswahlen mit einem Gegenkandidaten Markus Schlagwein zu tun, der für eine Garde von Unzufriedenen stand. Schlagwein gehört nun der neuen Wählerunion an.

Die Planungen um eine Nutzung der Jahnwiese oder auch die Errichtung eines Nahversorgungszentrums auf dem Rick-Gelände waren weitere Themenstellungen, die für heftige Gemütswallungen sorgten und Gräben aufwarfen, die ihren Niederschlag auch in den sozialen Medien fanden.

Für Schmitt-Federkeil Veranlassung, zu betonen: „Bei uns wird es keine Hetze und Diffamierungen geben.“ Einstimmig wurde die 54-jährige Ortsvorsteherin zur Vorsitzenden gewählt. Ihr Vertreter wird Markus Schlagwein sein. Iris Kronauer wurde Schriftführerin, Dietmar Reimsbach Kassierer. Als Beisitzer wird Wolf Eggers fungieren, Karl Krahforst und Maximilian Schmitt wurden zu Kassenprüfern gewählt.

„Wir rechnen uns gute Chancen aus“, so Helga Schmitt-Federkeil, die einen engagierten Wahlkampf ankündigte. Sollten einem derzeitigen Bundestrend folgend insbesondere CDU und SPD Stimmen verlieren, so hofft sie darauf, das ein oder andere Mandat gewinnen zu können, das bei den Volksparteien möglicherweise verloren geht.